Kategorie: Kuba

02 Aug

10.125 Kilometer

Erik Peters / Kuba / / 0 Comments

Ich kann gar nicht beschreiben, wie glücklich ich bin, das Ziel meiner Reise, den östlichsten Punkt Kubas erreicht zu haben. Was habe ich mir vor einigen Wochen nicht alles für Gedanken gemacht! Mehr als vor jeder anderen Reise zuvor: wird der Import des Motorrades klappen? Bekomme ich die Kameraausrüstung durch den Zoll? Was ist, wenn ich einen schwerwiegenden Defekt haben sollte oder wie reagiert man, wenn ich ohne Journalistenvisum einen Film über das sozialistische Land drehen werde? Die Liste der Sorgen war verdammt lang…

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Gänsehaut bei 37 Grad…

Schall und Rauch! Dieser Trip war so emotionsgeladen, so spannend und erkenntnisreich, wie kaum ein anderer zuvor. Ohne das geringste technische Problem (ich liebe dieses Motorrad und meine Ausrüstung!!!), ohne Schwierigkeiten mit dem Staatsapparat (im Gegenteil – man hat mir geholfen, wo man nur konnte!) und nach unzähligen Begegnungen, die ich nie im Leben erwartet hätte, stehe ich nun also am Leuchtturm von Maisí (in Sichtweite zu Haiti) und habe Kuba der Länge und Breite nach bereist!

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Hey Che, deine allgegenwärtigen Bilder werden mir fehlen… Hasta el viaje siempre!

Kurs Havanna!

Kurs Havanna!

Mit einem Grinsen im Gesicht kann ich jetzt ganz entspannt die letzten Kilometer zurück nach Havanna in Angriff nehmen – durch ein Land, das mich zutiefst beeindruckt hat…

Gracias por todo! Cuba mi Amor…

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18 Jul

Kubas grüner Osten

Erik Peters / Kuba / / 2 Comments

Die Provinz „Guantanamo“ im äußersten Osten Kubas ist neben „Pinar del Rio“ (ganz im Westen) die in meinen Augen schönste des Landes.

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Etlichen Stränden Kubas, die in meinem Lonely Planet Reiseführer oder deutschen Reisekatalogen als „Traumstrand“ verkauft werden, würde ich bestenfalls die Note 3 geben. Wer wirklich einsame Exemplare sucht (die aufgrund des dunklen Sandes oder tückischer Strömungen nicht unbedingt dazu geeignet sind, zwei Wochen auf dem Handtuch oder mit Baden zu verbringen), der wird in der Provinz Guantanamo fündig. Offiziell ist Wildcampen in Kuba verboten. Wer aber die Bewohner einer Farm oder eines kleinen Dorfes fragt, wird immer willkommen geheißen. Ansonsten gilt: wo kein Kläger, da kein Richter (aus diesem Grund ziehe ich es auch vor, nicht unbedingt mit einem Zelt in Signalfarben zu verreisen).

 

Im Regenwaldgebiet des Nationalparks „Alejando de Humbold“ habe ich mich mit Erfolg auf die Suche nach dem kleinsten Frosch der Welt begeben (kaum größer als eine Stubenfliege“, bin mehrfach die legendäre Gebirgsstraße „La Farola“ (die Leuchtturmstraße) gefahren, die auf knapp 50 Kilometern vom trockensten Ort Kubas zum niederschlagsreichsten führt und habe zudem die schönsten Strände des Landes gefunden…

Mein Ziel, der östlichste Punkt des Landes liegt nun nur noch ein paar wenige Kilometer entfernt. Leider muss ich mich allmählich sputen, denn auch diese Reise wird nicht endlos sein.

 

„La Farola“ – eine in Kuba legendäre Straße, die viele sich aufgrund mangelhafter Bremsen – zu Recht - nicht zu fahren trauen. Hier gab es leider mehr folgenschwere Unfälle, als auf den sogenannten „Todesstraßen“ Südamerikas.

„La Farola“ – eine in Kuba legendäre Straße, die viele sich aufgrund mangelhafter Bremsen – zu Recht – nicht zu fahren trauen. Hier gab es leider mehr folgenschwere Unfälle, als auf den sogenannten „Todesstraßen“ Südamerikas.

 

Im Süden der Provinz ist die Landschaft wüstenartig, sehr heiß und trocken. Mich erinnert die Gegend an die Baja California in Mexiko.

Im Süden der Provinz ist die Landschaft wüstenartig, sehr heiß und trocken. Mich erinnert die Gegend an die Baja California in Mexiko.

Der Monte-Iberia-Zwergfrosch (Eleutherodactylus iberia) ist mit gerademal sieben bis acht Millimetern der kleinste Frosch der Welt und wurde – kein Wunder - erst vor wenigen Jahren im Nationalpark „Alejandro de Humbold“ entdeckt. Ich habe Stunden lang im Dschungel gesucht und hätte nicht gedacht, dass ich mich über den Anblick eines Frosches mal so sehr freuen würde… 

Der Monte-Iberia-Zwergfrosch (Eleutherodactylus iberia) ist mit gerademal sieben bis acht Millimetern der kleinste Frosch der Welt und wurde – kein Wunder – erst vor wenigen Jahren im Nationalpark „Alejandro de Humbold“ entdeckt. Ich habe Stunden lang im Dschungel gesucht und hätte nicht gedacht, dass ich mich über den Anblick eines Frosches mal so sehr freuen würde… 

„Guarapo“ wird frisch gepresster, reiner Zuckerrohrsaft genannt, der in den sogenannten „Guaraperas“ für umgerechnet 4 Cent pro Glas verkauft wird. Köstlich!

„Guarapo“ wird frisch gepresster, reiner Zuckerrohrsaft genannt, der in den sogenannten „Guaraperas“ für umgerechnet 4 Cent pro Glas verkauft wird. Köstlich!

Schwein am Spieß gegrillt ist die Nationalspeise im sogenannten „Oriente“ – dem Osten Kubas. Leider eines der sehr wenigen kulinarischen Highlights dieser Reise (und ich habe wirklich so ziemlich alles probiert, was es auf der Insel gibt.) Dazu aber später mehr…

Schwein am Spieß gegrillt ist die Nationalspeise im sogenannten „Oriente“ – dem Osten Kubas. Leider eines der sehr wenigen kulinarischen Highlights dieser Reise (und ich habe wirklich so ziemlich alles probiert, was es auf der Insel gibt.) Dazu aber später mehr…

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18 Jul

Zu Gast bei den L.A.M.A.s (Latino Americano Motociclistas Asocisacion)

Erik Peters / Kuba / / 0 Comments

Knapp zwei Tage habe ich mit dem jüngsten Chapter der „Lamas“ LAMA en Sancti Spíritus verbracht. Nach einer gemeinsamen Ausfahrt (Chapter Ralley) wurden wir in einem kleinen Dorf wie Staatsgäste empfangen. Anders als bei den meisten anderen Motorrad Clubs, sind die Clubveranstaltungen hier öffentlich und hunderte Dorfbewohner erfreuen sich an so beliebten Biker-Spielen, wie etwa dem legendären „Würstchen schnappen“. 🙂

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Obwohl es weniger als zwei Tage waren, habe ich in dieser Zeit richtig gute Freunde gewonnen. Es ist doch immer wieder toll zu sehen, wie sehr eine gemeinsam geteilte Leidenschaft – in diesem Fall das Motorradfahren (nicht das Würstchen schnappen ) weltweit verbindet.

 

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18 Jul

Es geht doch nichts über eine erfrischende Dusche… :-)

Erik Peters / Kuba / / 0 Comments

Wasserfall „El Rocío“ im Nationalpark Guanayara – ein toller Tagesausflug von Trinidad aus. Vermutlich wäre es weniger spektakulär, wenn man mit einer Busladung anderer Touristen diesen tollen Wasserfall besuchen würde oder es seit Wochen nicht geregnet hätte.
Ich habe dort zwei Stunden lang mutterseelenallein verbracht. Eine Wohltat bei Temperaturen, die nun schon seit Wochen beständig über der 30-Grad-Marke liegen.

Der "El Rocio" Wasserfall - ein lohnenswerte Tagesausflug ab Trinidad

Der „El Rocio“ Wasserfall – ein lohnenswerte Tagesausflug ab Trinidad

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18 Jul

Auf den Spuren der Revolution – die „Comandancia de la Plata“

Erik Peters / Kuba / / 2 Comments

Nachdem ich unlängst die Biografie von Fidel Castro gelesen habe (die beste, die ich kenne), stand für mich außer Frage, dass ich mir diesen Ort anschauen werde. Erst seit wenigen Jahre dürfen Touristen Fidels Rebellenversteck in der Sierra Maestra besuchen, das tief in den Bergen in sehr schwer zugänglichem Gelände liegt. Dort oben im Dschungel kommt es einem so vor, als könnte man noch immer den Qualm der Zigarren von Che Guevarra, Fidel Castro und Camilo Cienfuegos riechen, die hier knapp zwei Jahre lang die Revolution vorbereiteten.

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Mich hat der Ort so sehr fasziniert, dass ich jedem Kubareisenden nur wärmstens empfehlen kann, die Wanderung zur Comandancia auf die „To-Do-Liste“ zu setzen. Alleine schon wegen der sagenhaften Landschaft lohnt sich der Weg. Ausgangspunkt ist das kleine Bergdorf Santo Domingo, von wo aus man mit einem Guide zu dem Rebellenversteck gelangt.

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18 Jul

Kubas wilder Süden…

Erik Peters / Kuba / / 0 Comments

Die Küstenstraße südlich der Sierra Maestra, Kubas höchster Gebirgskette, wo sich einst Fidel Castro mit seinen Rebellen verschanzte, gehört sicherlich zu den aufregendsten Straßen des Landes. Auf knapp zweihundert Kilometern verläuft die Straße, die stellenweise bestenfalls als „Piste“ bezeichnet werden kann, so dicht am Meer entlang, dass man das Salz der Karibischen See schmecken kann. Wer die Strecke mit dem Leihwagen fahren will (durchaus machbar), sollte ein wenig Risikobereitschaft mitbringen… 🙂

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18 Jul

Was wäre Kuba ohne die tollen Begegnungen

Erik Peters / Kuba / / 0 Comments

Bislang galt für mich der Iran als das Land, in dem man als Motorradreisender die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht und die meisten Menschen kennenlernt. Seit dieser Reise hat sich das geändert, denn in Sachen tolle Begegnungen schlägt Kuba selbst den Iran um Längen.

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Es ist einfach genial! Jedes Mal, wenn ich irgendwo anhalte – sei es zum Tanken oder um einen leckeren Kaffee zu trinken (kostet 4 Cent), dann dauert es nie lange und die ersten Leute versammeln sich um mein Motorrad. Dabei werden zum Teil verblüffende Fragen gestellt: welchen Durchmesser hat der Kolben (keine Ahnung), wie weit komme ich mit einem Liter Sprit (ca. 25 Kilometer) oder wie sind die Gänge übersetzt (da muss ich ebenfalls passen), usw.. Natürlich interessiert viele auch, was das Motorrad denn kostet. Die Kubaner können es kaum fassen, wenn ich den Betrag von rund 3-4.000 Euro (gebraucht) nenne und wie günstig das ist. Man muss dazu wissen, das Fahrzeuge auf Kuba unglaublich teuer sind. Selbst eine in die Jahre gekommene MZ oder Yamaha Virago 535 (fährt die Polizei), die in Deutschland zum Teil für unter 1.000 Euro zu haben sind, werden hier mit bis zu 10.000 Euro gehandelt. Es gibt einfach zu wenige Fahrzeuge auf der Insel und Angebot und Nachfrage bestimmen auch in einem sozialistischen Land den Preis. Mir wurden mehrfach Beträge für mein Motorrad angeboten, die dem doppelten bis dreifachen Neuwert entsprechen. Unfassbar! Und das in einem Land, in dem ein normaler Arbeiter rund einen Euro pro Tag verdient.
In Kuba ist es ein unglaubliches Privileg, mobil zu sein und ein Fahrzeug wird in der Regel entweder über Generationen vererbt oder es können sich nur die aller wenigsten leisten.

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30 Jun

Motorräder „Made in Cuba“ oder Not macht erfinderisch…

Erik Peters / Kuba / / 0 Comments
Was für ein Gefährt... :-)

Was für ein Gefährt… 🙂

„Rikimbilli“ werden diese Motorräder der Marke Eigenbau genannt, denen man auf Kubas Straßen immer wieder begegnet.

Als Basis für diese wirklich abenteuerlichen Gefährte dienen alte robuste russische Fahrräder und Kettensägen- oder Gebläsemotoren dienen als Antrieb. Teilweise erreichen diese „Motor-Fahrräder“ Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 120km/h. Und das mitunter ohne Bremsen.

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Offiziell wurden „Rikimbilis“ zwar aufgrund der vielen bösen Unfälle verboten, da sie aber helfen, eines der drängendsten kubanischen Probleme – den Transport – zu lösen, werden sie aus dem Straßenbild vermutlich nicht so schnell verschwinden. Ich finde das Improvisationstalent der Kubaner immer wieder beeindruckend und diese kubanischen Motorräder sind nur eines von sehr vielen Beispielen.

 

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30 Jun

Der älteste Biker Kubas.

Erik Peters / Kuba / / 0 Comments

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Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg war Jose Puig auf einem der ersten Motorradtreffen in Daytona Beach, woraus später die berühmte „Bike Week“ hervorging.

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Heute ist Jose unglaubliche 106 Jahre alt und das älteste Mitglied der „Harlistas Cubanos“. Ich hatte die Ehre, ihn zu treffen und ihm ein paar Fragen zu stellen. Nachdem er mir aus seinem bewegten Leben erzählte wollte er unbedingt noch mein Motorrad sehen, das vor dem Haus parkte. „Ey, que classe caballo“ war sein Kommentar – was für ein klasse Gaul…

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Was für ein klasse Gaul!

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Mitgliedsausweis der „AMA“ – abgelaufen im Jahr 1950… Unglaublich

 

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30 Jun

Und immer wieder Havanna

Erik Peters / Kuba / / 0 Comments

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Die kubanische Hauptstadt gehört ohne Zweifel zu den fotogensten Orten der Welt. Vor allem am „Malecon“ – Havannas Uferpromenade könnte ich endlose Stunden verbringen. Wer wissen möchte, wie Sehnsucht aussieht, der sollte hier zum Sonnenuntergang einen Spaziergang machen. Hunderte „Habaneros“ beobachten wie die Sonne rotglühend im Meer versinkt. Genau dort, wo Florida liegt -Sehnsuchtsort der Kubaner. Weniger als 200 Kilometer sind es bis dorthin und doch sind es Welten, die Kuba hier vom Rest der Welt trennen.

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