Erik

On tour

In zwanzig Jahren wirst du mehr Dinge bereuen, die du nicht getan hast, als Dinge, die du getan hast.
Also lichte den Anker und verlasse den sicheren Hafen.
Lass den Passatwind in die Segel schießen.
Erforsche. Träume. Entdecke!

Mark Twain (1835 – 1910)

Dieses Zitat des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain, dass mir vor vielen Jahren begegnete, hat mich wie kaum ein anderes zum Nachdenken und Träumen angeregt. Vielleicht habe ich diesen Zeilen sogar zu verdanken, dass ich vor über zehn Jahren den Schritt wagte, meinen Job zu kündigen, um fortan meinen Traum zu leben. Bereut habe ich dies Veränderung in all den Jahren kein einziges Mal.

Wohin es mich in der Zwischenzeit alles verschlagen hat, kannst du dir hier anschauen. Es sind nur ein paar meiner Reisen, aber vermutlich die, die sich am
tiefsten in mein Gedächtnis gebrannt haben.

 

Himalaya

In meinen Augen gehört eine Fahrt auf dem Landweg nach Indien nach wie vor zu den größten Motorradabenteuern, denen man sich stellen kann. Sechs Monate waren Alain und ich unterwegs. Eine Reise wie ein Rausch …

Kuba

Ein ganz besonderes Abenteuer war es für mich, mein eigenes Motorrad nach Kuba zu importieren und dort zuzulassen. Drei unvergessliche Monate hatte ich Zeit, um die sozialistische Karibikinsel auf eigene Faust zu erkunden.

Schottland

Acht Mal bin ich mittlerweile in Schottland gewesen. Für mich ist das Land im rauen Norden Großbritanniens das Sehnsuchtsziel in Europa. Nirgendwo sonst verspüre ich eine so tiefe Verbundenheit und das Gefühl „nach Hause“ zu kommen, wenn ich dort ankomme. Du hast die Highlands noch nie besucht? Dann wird es aber Zeit…

Norwegen

Wenn es eine Reise gibt, die ich europäischen Motorradfahrern ans Herz legen würde, dann ist es eine Fahrt ans Nordkap. Doch auch der Rest des Landes mit den vielen Fjorden im Süden, den Schotterpisten im Zentrum und der Bizarren Nordlandküste ist immer wieder eine Reise wert

Südostasien

Die Megametropole Bangkok, die Traumstrände im Süden, das Kurvenparadies Mae Hong Son im Norden, die Ruinen von Angkor und die alten Tempelstädte am Mekong sind nur ein paar der Highlights, die Thailand, Laos und Kambodscha zu bieten hat. Drei Monate war ich dort mit dem eigenen Motorrad unterwegs.

Japan

Hast Du schonmal in einem Kapselhotel übernachtet, auf dem größten Fischmarkt der Welt Sushi gegessen oder einen heiligen Berg bestiegen? In Japan gehört das in meinen Augen schon fast zum touristischen Pflichtprogramm. Kein anderes Land hat mich so oft staunen lassen.

Alaska/ Kanada

28.000 Kilometer war ich mit Alain im Norden Amerikas unterwegs. Von Vancouver ging es entlang der Westküste Kanadas hinauf nach Alaska und schließlich weiter durch den mittleren Westen einmal quer durch die USA nach New York. Dort war die Reise aber noch nicht vorüber…

Mexiko/ USA

Diese Reise war ein wichtiger Meilenstein für mich. 2011 habe ich nicht nur zum ersten Mal mein Motorrad auf einen anderen Kontinent verfrachtet, sondern auch meinen ersten Film über eine Reise gedreht. Auf 23.000 Kilometern ging es von der Karibikküste Mexikos durch den Wilden Westen der USA bis in die kanadische Westküstenmetropole Vancouver.

Island

Zweimal hatte ich bislang das Vergnügen, Island mit dem Motorrad zu bereisen. Das vermutlich außergewöhnlichste und beeindruckendste Stück Natur Europas.

Ich packe meinen Koffer ...

Viele kennen das: die geplante Reise rückt mit großen Schritten näher und wieder einmal drängt sich in letzter Minute die Frage auf: was nehme ich mit, bzw. was kann zuhause bleiben? Gerade diejenigen, die zum ersten Mal eine längere Reise unternehmen, zerbrechen sich den Kopf darüber, was man unterwegs denn nun wirklich braucht und worauf man getrost verzichten kann. Bei meiner ersten großen Reise ging es mir ähnlich – mit der Folge, dass ich viel zu viele Dinge dabeihatte, die sich unterwegs sehr schnell als nerviger Ballast herausstellten. Ich habe Unmengen an Ausrüstung verschenkt, entsorgt oder aber für teures Geld per Post nach Hause geschickt. Man sollte sich also im Klaren darüber sein, dass zu viel Gepäck den Spaß trüben kann und man unterwegs viel weniger braucht, als man im Vorfeld für nötig hält.

Da ich oft gefragt werde, welche Ausrüstung ich denn mit auf Reisen nehme, habe ich im Folgenden eine detaillierte Packliste für eine längere Tour erstellt.

Zudem gibt es weiter unten noch eine Checkliste zum Ausdrucken und Abhaken.

Viel Spaß beim Packen… 🙂

 

Packliste fürs große Abenteuer

Gerade auf langen Reisen gilt: weniger ist mehr! Zu viel Gepäck belastet einen unnötig. Hier eine Auflistung aller Dinge, die ich auf meine Reisen mitnehme und die man unterwegs wirklich braucht.

Werkzeug für unterwegs

Man kann die halbe Werkstatt und auch dutzende Ersatzteile mitnehmen. Aber muss man das? Nein! Auf die wesentlichen Dinge kommt es an…

Ausrüstung für eisige Temperaturen

Worauf es beim Motorradfahren bei eisigen Temperaturen ankommt und wie man selbst bei Eis & Schnee nicht friert, erfährst du hier.

Erik on tour

Das Motorrad praktisch packen

Das Schwere nach innen, die leichten Dinge nach vorne und das teure Zeug nach unten – ich habe schon viele Tipps zum Thema Motorrad packen gelesen. Nicht alle waren sinnvoll. Manchmal kommt es mir so vor, als seien diejenigen, die diese Ratschläge geben, selbst noch gar nicht länger unterwegs gewesen. 

Da es mir in aller erster Linie darum geht, dass es praktisch ist, möchte ich dir hier zeigen, wie ich mein Motorrad für eine längere Reise packe und was ich alles dabeihabe.

Fragen zu meinen Reisen

Mich erreichen viele Fragen, die meine Motorradreisen betreffen. Hier die die Top-Ten:

Der in meinen Augen größte Fehler ist es, im Vorfeld einer Reise zu viel zu planen und – schlimmer noch – sich nachher auch stur daran zu halten. Eine Reise lebt von Überraschungen und spontanen Wendungen. Natürlich sollte jeder für sich selbst entscheiden, wieviel Planung ihm wichtig ist aber mich hat der Zufall bislang an die schönsten Orte geführt.

Ich konzentriere mich bei der Planung stets auf das Wesentliche. Zunächst checke ich, was in Sachen Bürokratie wichtig ist (Visum, Zoll, etc.) und begebe mich dann an die eigentliche Routenplanung.

Kurze Antwort: nicht viel! Ich bin z.B. noch nie losgefahren und hatte bereits eine Route im GPS eingegeben. Das entscheide ich jeden einzelnen Tag spontan. Dadurch macht sich das Gefühl von Freiheit erst so richtig schön breit.
Das Einzige, was ich im Vorfeld mache ist es, mir die absoluten Highlights oder das, was ich unbedingt sehen möchte rauszusuchen. Diese Orte speichere ich dann im GPS und binde sie unterwegs flexibel in meine Routenplanung ein.

Sagen wir mal so: ein wenig technisches Verständnis kann auf jeden Fall nicht schaden. Man muss kein Ingenieur sein, um einen Reifen oder die Kette zu wechseln, aber wenn man im Vorfeld weiß, wie dies gemacht wird fährt man mit einem besseren Gefühl los.
Ich würde aber auch ohne technisches Verständnis auf Reisen gehen, da ich weiß, dass man unterwegs immer Menschen trifft, die einem helfen werden oder man selbst Mittel und Wege findet, ein Problem zu lösen. Wenn man jedoch die Möglichkeit hat, im Vorfeld einen Schrauber-Kurs zu besuchen, so würde ich dazu auf jeden Fall raten.

Im Laufe der Jahre und mit wachsender Erfahrung hatte ich zum Glück immer weniger im Gepäck, was ich unterwegs nie gebraucht habe. Als Alain und ich zu unserer ersten großen Reise aufgebrochen sind, hatten wir unendlich viel Zeug dabei, dass wir nie benutzt haben. Sperrige Campingstühle, viel zu viele Klamotten, mehrere Kochtöpfe und so viele Ersatzteile, dass wir damit fast ein drittes Motorrad hätten bauen können. Was die Ersatzteile anbelangt, so habe ich dank Murphys Law gelernt, dass sowieso nie das kaputt, was man als Ersatz dabeihat. Ich kenne Leute, die einen riesigen Berg Zeug nur für die Zubereitung von gutem Kaffee mitnehmen. Wenn einem das wichtig ist, nur zu.

Gute Ausrüstung ist in meinen Augen wichtig aber nicht entscheidend. Natürlich verlasse ich mich gern auf einen guten Schlafsack oder ein gutes Zelt. Bevor ich aber zuhause bleiben oder die Reisekasse plündern würde, würde ich eher mit Ausrüstung aus dem Discounter starten und auf Komfort verzichten. Gleiches gilt auch für die Motorradausrüstung.

Im Himalaya haben wir indische Biker getroffenen, die sich für die Fahrt über die höchsten Pässe Wolldecke umgeschnürt hatten. Darunter trugen sie fünne Jeans und Turnschuhe. Das hat mir sehr imponiert!

Wenn es um das Thema Sicherheit geht, sollte man allerdings keine Kompromisse machen. Wie weit man dabei geht (Stichwort Warnweste) sollte jeder für sich selbst entscheiden.

Offen gestanden konzentriere ich mich bei den Wartungsarbeiten unterwegs auf das Allernotwendigste. Die meiste Zeit habe ich unterwegs bislang damit verbracht, die Kette zu pflegen. Ein Grund, warum ich die 1200er Ténéré auch so sehr liebe, da diese nervige Arbeit bei einem Kardan entfällt.

Ansonsten mache ich die übrigen Wartungsarbeiten wie Öl- oder Luftfilterwechsel nach Gefühl, bzw. dann, wenn sich eine gute Gelegenheit bietet. Dabei achte ich auch nicht penibel darauf, das richtige Marken-Öl oder dergleichen zu verwenden, sondern nehme einfach das, was ich unterwegs kriegen kann.

Wer bei der Planung einer längeren Reise vor allem daran denkt, wie die Serviceintervalle einzuhalten sind, der wird vermutlich gar nicht erst losfahren…

Die Wahl des Werkzeugs hängt davon ab, welches Motorrad man fährt und welche Schwachstellen dieses hat. Neben den passenden Schlüsseln ist es wichtig, Dinge zum Improvisieren einzupacken. Draht, Kabelbinder, Panzerband und Flüssigmetall können einem unterwegs sehr gut aus der Patsche helfen.
Eine genaue Auflistung der Dinge, die ich im Bordwerkzeug habe, findest du weiter oben.

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Pauschal beantworten lässt sie sich nicht, denn die Kosten einer Reise hängen in erster Linie von den eigenen Ansprüchen ab. Möchte ich im schicken Hotel übernachten oder gebe ich mich mit dem Zelt zufrieden? Esse ich lieber im Restaurant und lasse andere für mich kochen oder packe ich den Campingkocher ein und koche selbst? Von diesen beiden einfachen Fragen ist es abhängig, was die Reise unterm Strich kosten wird.
Wenn man also überwiegend zeltet (am besten wild) und sich selbst verpflegt, dann ist es problemlos möglich, selbst in vergleichsweise teuren Länder wie etwa in Norwegen oder Kanada, mit unter 1.000 Euro pro Monat auszukommen.

Gedanken um meine Sicherheit habe ich mir schon des Öfteren gemacht. Alleine im Vorfeld der letzten Reise haben wir uns Gedanken über die Gefahren im indischen Straßenverkehr , terroristische Übergriffe in Pakistan oder die Höhenkrankheit im Himalaya gemacht.

Sich „Gedanken zu machen“ hilft dabei, potentielle Gefahren nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn die Bedenken jedoch zu einer quälenden Angst heranwachsen, dann sollte man sich überlegen, nicht doch ein anderes Reiseziel auszuwählen. Eine Motorradreise soll schließlich vor allem eines: Spaß machen!

Bei dieser Frage ist zunächst einmal zu berücksichtigen, was für Interessen man hat und auch, was für ein Motorrad man fährt. Für einen Harley-Fahrer ist es sicherlich erstrebenswerter, die USA zu durchqueren, als nach Indien zu fahren.

Wenn wir aber von Europa sprechen und einer Reise, die mit jedem Motorrad machbar ist, dann sollte eine Fahrt ans Nordkap meiner Meinung nach auf keiner Bucket-List fehlen.

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