Kategorie: Reiseberichte

20 Feb

Endlich unterwegs im Land der aufgehenden Sonne

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 14 Comments

Hier geht es nun endlich mit dem Blog weiter. Aus verschiedenen Gründen ist es wirklich schwierig, regelmäßig zu berichten. Wenn man alleine unterwegs ist und zudem noch den ganzen Tag damit beschäftigt ist, Aufnahmen für einen neuen Film einzufangen, so wird es schwierig, Zeit zu finden, in der man auch noch fleißig schreiben kann. Zumal es hier in Japan unglaublich schwierig ist, die Texte, bzw. die dazugehörigen Bilder auch noch hochzuladen. Freies Internet, wie man es in den meisten anderen Ländern problemlos im Mc Donalds oder sonst wo findet, ist hier leider ein Fremdwort. Nun denn. So also ging es nach meiner Reise durch Südostasien weiter:

Die unerträglich lange Verzögerung beim Transport meines Motorrades von Bangkok nach Tokio und der damit verbundene Stress, führten dazu, dass ich völlig ausgelaugt war, als ich nach sechswöchiger Wartezeit endlich wieder im Sattel meiner Super Ténéré saß. Daher fühlten sich die ersten Kilometer beinahe so an, als hätte mir der Fahrlehrer gerade erst den Führerschein in die Hand gedrückt. Doch die Unsicherheit machte zum Glück schnell wieder der alten Vertrautheit Platz. Als der Wind mir um die Nase strich, ich den Motor unter mir arbeiten spürte und eine Drehbewegung des Handgelenks wieder das Tempo meiner Reise bestimmte, fühlte ich mich bereits nach wenigen Kilometern so, als sei ich der König dieser Welt. Ich gab Gas und ließ den Großraum Tokio hinter mir.

Den Mount Fuji, den heiligen Berg der Japaner im Visier steuerte ich ohne festes Ziel grob gen Südwesten. Ich folgte der zerklüfteten Küste der Halbinsel Izu und verbrachte die erste Nacht im Zelt am Fuße des erloschenen Vulkans. Schon der erste Fahrtag machte mir deutlich, dass Japan für mich DIE große Überraschung ist. Wenn man mich vor dieser Reise zu Japan befragt hätte, so wären mir in erster Linie völlig überfüllte Städte – nicht aber eine solch grandiose Natur in den Sinn gekommen.

Zerklüftete Küste auf der Halbinsel Izu

Zerklüftete Küste auf der Halbinsel Izu

 

Der heilige Berg - der Fuji-san

Der heilige Berg – der Fuji-san

Japan ist ein kurvenreiches Land

Da Japan zu 80% mit Bergen bedeckt ist, lassen die Kurven nicht lange auf sich warten. Die Straßen sind perfekt ausgebaut und die meisten Verkehrsschilder tragen, entgegen meiner Befürchtungen, auch englische „Untertitel“. Was mir in diesem Land, ebenfalls besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass man sich herzlich willkommen fühlt. Wenn ich an irgendeinem Rastplatz sitze und den Reiseführer oder die Landkarte studiere, werde ich immer wieder auf ein Eis oder ein Getränk eingeladen. Wildfremde Menschen setzen sich zu mir, um mich zu meiner Reise zu befragen. Wenn auch das Englisch in den meisten Fällen etwas holprig ist, lerne ich so doch eine Menge über Land und Leute.

Dabei scheint das japanische Wort „Doitse“, womit ich die Frage nach meiner Herkunft kläre, scheint so eine Art Zauberwort zu sein, denn die Japaner schätzen kein anderes Land so sehr wie Deutschland. Als mich letztens ein Polizist fragte, aus welchem Land denn das komische Nummernschild stamme, antwortete ich wieder „Doitse“. Er machte große Augen, sagte „Ahh“ und „Ohh“ und verschwand sogleich in einem kleinen 7-eleven Supermarkt. Als er wieder raus kam, hatte er eine Box mit Sushi und eine Flasche Eistee in die Hand, er schüttelte lange meine Hand, überreichte mir die Einkäufe und wünschte mir mit einer Verbeugung eine gute Reise. Es ist wirklich unfassbar…

Ebenso sprachlos war ich, als ich vor wenigen Tagen vor dem Hauptsitz der Firma Yamaha in Iwata vorgefahren kam. Das Unternehmen hatte mich eingeladen, im Verlauf meiner Asienreise doch bei ihnen vorbeizuschauen. Als es dann endlich soweit war, hatte ich ja wirklich mit vielem gerechnet, ganz sicher aber nicht damit, dass etwa 100 Angestellte vor der Tür stehen würden, um mir Beifall zu spenden, als ich vorgefahren kam. Als langjährigem Yamaha-Fan kann ich gar nicht sagen, was für ein bewegender Moment das war und was es für mich bedeutete.

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Was für ein Empfang.....

Was für ein Empfang…..

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Nach der offiziellen Willkommenszeremonie und wirklich sehr informativen Gesprächen mit Entwicklungsingenieuren, Marketingverantwortlichen und anderen bedeutsamen Personen, stand anschließend eine Führung durch die Fertigungshallen auf dem Programm. Der Entstehungsprozess eines Motorrades ist wirklich hochinteressant. Ich fand es vor allem auch beeindruckend, wie schnell die Japaner arbeiten. Es ist wirklich unglaublich, mit was für einer Schlagzahl hier die verschieden Fahrzeuge wie Roller, Snow-Mobile und natürlich Motorräder gefertigt werden. Alleine von den aktuellen Modellen der MT-07 bzw. MT-09 rollen aufgrund der enormen Nachfrage in Europa im 80-Sekunden-Takt neue Motorräder vom Band.

 

Wildcampen am Meer

Wildcampen am Meer

Affen am Straßenrand - auch das gibt es in Japan

Affen am Straßenrand – auch das gibt es in Japan

Die bislang rund 2.800 zurückgelegten Kilometer, kann man als ausgedehnte Aufwärmrunde bezeichnen. Für mich geht die Reise eigentlich jetzt erst richtig los. Mit der Fähre werde ich nun auf einer 40 Stündigen Überfahrt auf die Insel Hokkaido übersetzen. Vom nördlichsten Punkt Japans werde ich mich dann auf den Weg in Richtung Süden machen. Mein Ziel sind die subtropischen Inseln Okinawas. Misst man die Luftlinie, so liegen etwa 3.000 Kilometer vor mir. Rechnet man aber die vielen Schlenker, die ich auf den verschiedenen Inseln fahren werde, mit hinzu, so denke ich, dass schnell 10.000 Kilometer zusammenkommen.

Sayonara!

Erik

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15 Jun

„Welcome to Yamaha“

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 4 Comments

Seitdem ich vor knapp 25 Jahren den Motorradführerschein gemacht habe, bin ich auf Zweirädern der Marke Yamaha unterwegs. Über meine erste XV750 bin ich irgendwann bei den reisetüchtigen XTs gelandet. Da Motorradfahren ein wichtiger Bestandteil meines Lebens ist, habe ich demzufolge also viele, mir sehr bedeutsame Momente auf einem Motorrad aus dem Hause Yamaha erlebt. Dementsprechend groß war die Freude, als mich das Unternehmen im Rahmen meiner Japan-Reise in die Zentrale nach Iwata (etwa 250 Kilometer südwestlich von Tokio) eingeladen hat.

Da man ja ein gutes Bild abgeben möchte, erreichte ich mein Ziel mit der in Japan oftmals gelobten „deutschen Pünktlichkeit“. Um Punkt halb zehn – wie verabredet – traf ich am „Communication Plaza“ des Motorradherstellers ein. Dabei hatte ich ja mit vielem gerechnet, ganz sicher aber nicht damit, dass mir solch ein gigantischer Empfang bereitet wurde. Um die 100 Angestellte standen vor dem Eingang des imposanten Gebäudes und klatschten Beifall, als ich vorgefahren kam. Es war ein wirklich bewegender Moment für mich, der mich mit Stolz erfüllte aber auch völlig sprachlos machte. Wow! Das war echt stark!!!

 

Ankunft am Communication Plaza von Yamaha Motor Co.

Ankunft am Communication Plaza von Yamaha Motor Co.

 

 

 

 

 

 

 

 

Was für ein Empfang. Ich habe nicht schlecht gestaunt

Was für ein Empfang. Ich habe nicht schlecht gestaunt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Communication Plaza - gleichzeitig ein wirklich sehenswertes Museum

Communication Plaza – gleichzeitig ein wirklich sehenswertes Museum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Herzlichkeit der Japaner kannte auch hier keine Grenzen. Ich war einfach nur überwältigt...

Die Herzlichkeit der Japaner kannte auch hier keine Grenzen. Ich war einfach nur überwältigt…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der offiziellen Willkommenszeremonie und wirklich sehr informativen Gesprächen mit diversen Managern zum Thema Yamaha im allgemeinen und meinem Motorrad im speziellen stand anschließend eine Führung durch die Fertigungshallen auf dem Programm. Der Entstehungsprozess eines Motorrades interessierte mich wirklich brennend. Als Student habe ich ja selbst schon bei einem Autohersteller in Köln am Montageband gestanden und Kleinwagen zusammengeschraubt. In Sachen Performance war das aber nichts im Vergleich zu dem, was die Japaner abliefern. Mein lieber Mann, ich bin nachhaltig beeindruckt von deren Arbeitsweise und Schnelligkeit. Es ist wirklich unglaublich, mit was für einer Schlagzahl hier die verschieden Fahrzeuge wie Roller, Snow-Mobile und natürlich Motorräder gefertigt werden. Alleine von den aktuellen Modellen der MT-07 bzw. MT-09 rollen aufgrund der enormen Nachfrage in Europa im 80-Sekunden-Takt neue Motorräder vom Band.

11 Bitte angeben- Copyright Yamaha Motor Company 12 Bitte angeben- Copyright Yamaha Motor Company 13 Bitte angeben- Copyright Yamaha Motor Company 14 Bitte angeben- Copyright Yamaha Motor Company

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Darüber hinaus hatte ich noch die Gelegenheit, den für die Yamaha R1 und die XT Modelle verantwortlichen Entwicklungsingenieur beim gemeinsamen Mittagessen mit meinen Fragen zu löchern. Ich denke auch er fand es interessant, verschiedene Punkte aus Sicht eines Fahrers, der jedes Jahr viele tausend Kilometer mit dem Motorrad unterwegs ist, geschildert zu bekommen. Ich bin mal gespannt, was da die Zukunft bringt… 🙂

Nach dem ausgezeichnetem japanischem Essen blieb dann noch ausreichend Zeit, mich im bereits erwähnten „Communication Plaza“ umzuschauen. Ein Ort der Begegnung, der allen Besuchern offensteht und in dem auf zwei Etagen ein exzellentes Museum eingerichtet wurde. Hier hat Yamaha so manch legendäres Model ausgestellt, das das Herz eines jeden Motorradbegeisterten höher schlagen lassen dürfte.

Hier ein paar Ténérés, mit denen die legendäre Rallye Paris Dakar gewonnen wurde.

Hier ein paar Ténérés, mit denen die legendäre Rallye Paris Dakar gewonnen wurde.

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Auf Hochglanz polierte Rennsportgeschichte

Auf Hochglanz polierte Rennsportgeschichte

Die erste Yamaha, die gebaut wurde. Die YA-1 von 1955

Die erste Yamaha, die gebaut wurde. Die YA-1 von 1955

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abgerundet wurde dieser wirklich grandiose Tag mit einem Umzug durch die lokalen Bars auf Firmenkosten. Ein Verantwortlicher des „Euro Sales Departements“ hatte sich extra den nächsten Tag freigenommen, um mich bis tief in die Nacht im Umgang mit Sake, dem japanischen Reisschnaps zu schulen…

Danke an das ganze Yamaha-Team – sowohl in Deutschland, als auch in Japan, für dieses tolle Erlebnis. Ich werde bei meinen nächsten Abenteuern weiterhin mit Stolz im Sattel einer Ténéré sitzen…

 

 

Copyright Fotos: Peters/Kasai/Yamaha Motor Co.

11 Mai

Ich liebe Japan!!!

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 11 Comments

Als der Taxifahrer aufs Gaspedal trat und den Wagen in Richtung Flughafen beschleunigte, konnte ich kaum fassen, dass in diesem Moment das düsterste Kapitel dieser Reise endlich beendet war. Knapp vier Wochen lagen zu diesem Zeitpunkt hinter mir, in denen ich mich mit den unfähigsten Beamten rumschlagen musste, die mir je begegnet sind. Der thailändische Zoll versteht sich gut darin, Unterlagen zu verlieren, falsche Eintragungen zu machen oder ständig irgendeinen willkürlichen Scheiß zu fordern, der zur Lösung des Problems definitiv nicht benötigt wird. Aber ich will darüber jetzt nicht mehr reden. Denn als ich wenig später im Flieger saß, habe ich mir geschworen, diese negativen Erfahrungen mit den Behörden (und es waren die einzigen Problembereiter in Südostasien) in Bangkok zurückzulassen. In meinem Gepäck waren jetzt nur noch die positiven Dinge – und ein großes Fragezeichen bezüglich dessen, was mich nun im nächsten Land erwarten würde. In Japan, dem Land der aufgehenden Sonne…

Die Ankunft in Tokio war ein Kulturschock! Was für krasse Gegensätze es doch gibt. Mir fiel schon im Landeanflug auf, wie unglaublich sauber Japan doch ist. Während man in ganz Südostasien beinahe im Müll erstickt, weil jeder seinen Scheiß einfach dort entsorgt, wo er ihn nicht mehr braucht, sucht man hier Plastiktüten, leere Dosen oder sonstigen Unrat vergebens. Japan gehört ganz sicher zu den saubersten Länder dieser Welt. Die Hauptstadt sieht aus, als würde nachts ein riesiges Heer von Reinigungskräften einmal feucht durchwischen.

Zu Beginn wird man förmlich erschlagen von neuen Eindrücken. Hier scheint einem vieles sehr vertraut aber gleichzeitig auch wieder so fremd zu sein, das man meinen könnte, man sei auf einem anderen Planeten gelandet. Ich war schon in ein paar„exotischen“ Ländern unterwegs aber das hier übertrifft alles, was ich bisher gesehen habe um Längen. Es vergehen keine fünf Minuten, in denen man nicht ständig immer wieder eine völlig neue Entdeckung macht und Dinge sieht, von denen man noch nie zuvor gehört hat und bei denen man sich fragt warum man bei uns noch nicht auf diese Idee gekommen ist…

Auch ist der „Sound“ von Tokio anders als in anderen Städten dieser Welt. Aufgrund der Tatsache, dass hier ein Asphalt verbaut wird, der jegliche Abrollgeräusche der Reifen schluckt, fehlt ein Hintergrundgeräusch, an das man sich sonst gewöhnt zu haben scheint. Man ist in der größten Metropole der Welt, kann eine Stecknadel fallen hören und hat das Gefühl, vom Boden essen zu können. Einfach unglaublich.

Bei den Dingen, die man als selbstverständlich betrachtet, macht man hier so manches mal ein langes Gesicht: So kann ich mit meiner deutschen EC-Karte in Japan kein Geld abheben, mein Telefon funktioniert hier nicht und freies WIFI ist ein absolutes Fremdwort. Selbst in kleinsten Entwicklungsländern wird es leichter sein, mal eben seine Emails abzurufen. Wer hätte das gedacht…

Was mich aber am meisten beeindruckt, ist die Freundlichkeit der Japaner! Und vor allem auch deren effiziente Arbeitsweise. Um hier ein Fahrzeug aus dem Zoll lösen und fahren zu dürfen, benötigt man unter anderem eine japanische Übersetzung des deutschen Führerscheins, eine Beglaubigung/Übersetzung des Zolldokuments „Carnet de Passages“ und eine Versicherung für das Motorrad. Nach dem was ich in Thailand erlebt habe, grauste es mir davor, den Behördengang anzutreten. Doch was soll ich sagen: hier in Japan werden Probleme SOFORT gelöst. Ich konnte es kaum fassen, dass mein Anliegen unverzüglich und mit einer von Herzen kommenden Freundlichkeit bearbeitet wurde. Ihr hättet mich mal grinsen sehen sollen… 🙂

Ich bin also noch keine 48 Stunden im Land, habe demzufolge noch nicht besonders viel gesehen. Doch ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass Japan es im Ranking meiner Lieblingsländer ganz weit nach oben schaffen wird.

 

Ach ja, ein gängiges Klischee ist es ja, das Japan das teuerste Reiseland der Welt sei. Ich werde zu diesem Thema in kürze ein kleines Gewinnspiel auf meiner Facebookseite https://www.facebook.com/MotorradreisenderErikPeters starten. Ihr sollt einfach nur den Wert eines Warenkorbes schätzen…

 

Entschuldigt, dass ich noch keine Bilder beifügen konnte aber scheinbar ist die Verbindung zu schlecht…

23 Apr

Keine Liebe auf den ersten Blick…

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 4 Comments

 Der erste Eindruck, den ich von einer fremden Stadt oder einem Land gewinne, deckt sich in den allermeisten Fällen auch mit dem Gesamteindruck, der dann später im Laufe der Zeit entsteht. Im Falle von Kambodscha muss ich sagen, dass ich noch nie zuvor so gründlich danebengelegen habe.

 

Schon kurze Zeit nachdem ich die Grenze überquerte, habe ich mich bereits auf den Moment gefreut, Kambodscha wieder zu verlassen. Die ersten Kilometer waren grauenhaft: die schlechtesten Straßen der bisherigen Reise und die aggressive, rücksichtslose Fahrweise der Kambodschaner, die selbst die übelsten Verkehrsrowdys in Thailand oder Laos wie Waisenknaben dastehen lässt, nagten an meiner Motivation. Ich war zutiefst enttäuscht und hätte zu diesem Zeitpunkt niemals erwartet, dass Kambodscha es doch tatsächlich noch schaffen würde, mein Herz zu erobern.

Grund dafür ist nicht etwa die Landschaft – Kambodscha ist größtenteils flach wie ein Teller und kann, nachdem,was ich von Laos und Thailand gesehen haben, den beiden Nachbarn nicht das Wasser reichen. Nein, hier haben vor allem die Menschen gepunktet. Ich habe die Kambodschaner als noch wesentlich neugieriger, offener und freundlicher erlebt, als die ohnehin schon großartigen Thais und Laoten. Selten zuvor habe ich mich in einem völlig anderen Kulturkreis so wohl gefühlt.

  

Leider bekommt man in Laos oder Kambodscha nur sehr wenige wilde Tiere zu Gesicht...

Leider bekommt man in Laos oder Kambodscha nur sehr wenige wilde Tiere zu Gesicht…

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Mein erster Weg führte mich von der Grenze in Richtung der Hauptstadt Phnom Penh. Nach anstrengenden 500 Kilometern über von Schlaglöchern zerfressenen Staub-Pisten erreiche ich die am Ufer des Mekong gelegene Millionenmetropole.

Phnom Penh ist eine tolle Stadt, die ohne eigentliche Highlights auskommt. Auf die beiden eigentlichen Sehenswürdigkeiten sollte man sich mental vorbereiten, denn sie beschäftigen sich mit der dunklen, noch jungen und unsäglich traurigen Geschichte des Landes. Im Völkermordmuseum, einem ehemaligen Foltergefängnis und auf den „Killing Fields“, wo damals die grausamsten Hinrichtungen stattgefunden haben, bekommt man auf beklemmende Art und Weise vor Augen geführt, zu was für unvorstellbaren Gräueltaten wir Menschen doch immer wieder in der Lage sind.

Im Falle von Kambodscha waren es die Roten Khmer um deren Führer Pol Pot, die das Land Mitte der Siebziger Jahre in einen dunklen Abgrund stießen. Der Vision der Steinzeit-Kommunisten, einen reinen Bauernstaat zu errichten, fiel ein Drittel der gesamten Bevölkerung zum Opfer. Fast die gesamte Mittel- und Oberschicht wurde ermordet und oftmals war das Tragen einer Brille oder gar weiche Hände verdächtig genug, um umgebracht zu werden. Die Details, die man in den beiden wirklich lohnenswerten Museen erfährt, machen einen einfach nur fassungslos und es bedarf einer Weile, bis man sich wieder an den schönen Seiten des Landes erfreuen kann…

 

Ein Ort der fassungslos macht! Tuol-Sleng-Genozid-Museum - in dem ehemaligen Foltergefängnis S-21 wurden unvorstellbare Verbrechen begangen

Ein Ort der fassungslos macht! Tuol-Sleng-Genozid-Museum – in dem ehemaligen Foltergefängnis S-21 wurden unvorstellbare Verbrechen begangen

Gedenkstätte an den "Killing Fields"

Gedenkstätte an den „Killing Fields“

Der eigentliche Höhepunkt dieser Reise ist für mich der Besuch der Tempelanlagen um Angkor Wat. Schon vor Jahren, als ich begann, mich intensiver mit der Fotografie auseinanderzusetzen, war es ein großer Traum von mir, dort einmal mit der Kamera auf Pirsch zu gehen. Das ich dies nun sogar mit dem Motorrad erleben darf, erfüllt mich mit einem Gefühl tiefster Dankbarkeit.

Wer Angkor besuchen möchte, der sollte Zeit mitbringen. Mindestens drei Tage, denn die vielen Tempel und Paläste erstrecken sich über eine Fläche, die dreimal so groß ist wie Köln. Vor etwa 1.000 Jahren, als Europa noch im tiefsten Mittelalter vor sich hin darbte, lebten im Khmer Königreich „Kambuja“ bereits eine Millionen Menschen.

 

Angkor Wat kurz vor Sonnenaufgang

Angkor Wat kurz vor Sonnenaufgang

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Wer zur richtigen Uhrzeit kommt hat die jeweilige Anlage für sich allein

Wer zur richtigen Uhrzeit kommt hat die jeweilige Anlage für sich allein

Überall kann man sich frei mit dem Motorrad bewegen...

Überall kann man sich frei mit dem Motorrad bewegen…

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Unglaublich, was für Ausmaße die Bäume doch annehmen

Unglaublich, was für Ausmaße die Bäume doch annehmen

Mein persönlicher Favorit ist der Tempel Ta Prohm, mit all den von Bäumen überwucherten Gebäuden und Mauern

Mein persönlicher Favorit ist der Tempel Ta Prohm, mit all den von Bäumen überwucherten Gebäuden und Mauern

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Ganz besonders lohnenswert ist die Tempelanlage von Ta Prohm, in der auch der Hollywoodfilm „Tomb Raider“ gedreht wurde. Dieser mystische Ort, der allmählich von den Bäumen des Urwaldes zurück erobert wird, sollte man am besten zum Sonnenaufgang besuchen, wenn man dort noch mutterseelen alleine ist. Ein unvergessliches Erlebnis!

Fünf Tage habe ich in der nahegelegenen Stadt Siem Reap verbracht und bin in dieser Zeit alleine mit meinem Motorrad mehr als 800 Kilometer in der Anlage von Angkor unterwegs gewesen. Wichtig dabei ist es, sich stets anders als die Touristen Massen zu verhalten. Man erfährt schnell, zu welcher Zeit wo der größte Andrang ist und so fährt man zu dieser Zeit am besten an einen anderen Ort. Nur einmal, da sollte man sich ins Getümmel stürzen. Wenn morgens die Sonne aufgeht, dann kann man am West-Eingang von Angkor Wat erleben, wie sich hunderte – in der Hauptsaison sogar tausende Touristen an der berühmtesten Foto-Location versammeln um ihr Foto zu machen. Alleine dieser skurrile Anblick ist den Besuch wert, ehe man dann in die einsame Weitläufigkeit des Areals verschwindet…

Warten auf den Sonnenaufgang... Einen solchen Andrang für ein Foto  habe ich noch nirgendwo sonst auf der Welt erlebt...

Warten auf den Sonnenaufgang… Einen solchen Andrang für ein Foto habe ich noch nirgendwo sonst auf der Welt erlebt…

 

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13 Apr

Auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad gen Süden

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 1 Comment

 

Man stelle sich folgende Situation vor: es ist heiß, man liegt in einem aufgeblasenen Autoreifen und treibt einen kleinen kühlen Fluss durch eine traumhaft schöne Landschaft stromabwärts. In regelmäßigen Abständen stehen die Betreiber illegaler Dschungel-Kneipen am Ufer, werfen einem ein Seil zu und ziehen einen an Land, wo dann in verschiedenen Bars eine exzessive und sehr freizügige Party gefeiert wird. Genau das hat den Ort „Vang Vieng“ südlich von Luang Praban berühmt gemacht. Über mehrere Jahre galt das sogenannte „Tubing“ unter Backpackern als die mit Abstand wildeste Party, die man überhaupt irgendwo feiern kann. Doch die Party lief aus dem Ruder. Es kamen Drogen ins Spiel – viele Drogen, die in Laos in beinahe jeder Form problemlos zu beschaffen sind (selbst normale Restaurants haben oft eine Extra-Seite auf der Speisekarte, auf der die Gerichte in einer bewusstseinserweiternden „Happy-Version“ angeboten werden.

Tubing: einfach genial...

Tubing: einfach genial…

 

 

 

 

 

Die Drogen waren das große Problem! Der eigentlich so harmlose Spaß: in einem Autoreifen einen Fluss hinab zu treiben, endete im Drogenrausch für viele Jugendliche tödlich. Sie sprangen von Brücken oder Bäumen, ins Wasser, wo dieses in der Trockenzeit nur wenige Zentimeter tief ist. Viele Backpacker starben oder erlitten schwerste Verletzungen. Als im Jahr 2011 pro Tag durchschnittlich 12 Knochenbrüche in Vang Vieng behandelt werden mussten und insgesamt 30 Backpacker den Tod fanden, hatte die Regierung genug. Die Sache wurde deutlich entschärft. Die meisten Bars wurden geschlossen (heute gibt es noch drei am Ufer) und Drogen strengstens untersagt. Selbst das Bild eines Cannabis-Blattes war Grund genug, um den jeweiligen Laden dicht zu machen und die Betreiber aus der Stadt zu jagen.

Heute ist ein wenig Ruhe in Vang-Vieng eingekehrt. Die Backpacker suchen sich neue Orte und wurden durch reiche chinesische Urlauber ersetzt, die Grundstücke aufkaufen und die Preise allmählich in die Höhe treiben. Tja, auch im Tourismus scheint es sowas wie „Gentrifizierung“ zu geben…

Ich gebe zu, dass ich mir das Spektakel in seiner ursprünglichen Form gerne angeschaut hätte, muss aber auch sagen, dass mir dieses Naturerlebnis ohne die verstrahlten Massen einen riesigen Spaß gemacht hat.

 

 

Auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad gen Süden

Auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad gen Süden

Der sechste Crash. Bislang immer ohne nennenswerte Folgen

Der sechste Crash. Bislang immer ohne große Folgen

Mein Motorrad hat auf dieser Reise bewiesen, dass es wirklich mit jedem Fusel läuft. Die Spritqualität in Laos ist ohnehin bescheiden, abseits der Hauptstraßen wird zudem meist an solch kleinen Buden getankt-

Mein Motorrad hat auf dieser Reise bewiesen, dass es wirklich mit jedem Fusel läuft. Die Spritqualität in Laos ist ohnehin bescheiden, abseits der Hauptstraßen wird zudem meist an solch kleinen Buden getankt-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anderntags ging es weiter gen Süden. In der nur wenige Fahrstunden entfernt gelegenen Hauptstadt Vientiane kann man sich im Touristeninformationscenter mit Kartenmaterial eindecken, das kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Da ich nochmal große Lust hatte, ein längeres Stück off-road zu fahren, habe ich mich für eine ganz besondere Strecke entschieden: den legendären Ho-Chi-Minh-Pfad – ein Geflecht aus staubigen Pisten und Wegen entlang der Vietnamesischen Grenze, das während des Vietnamkrieges von den Nordvietnamesen genutzt wurde, um die im Süden für die Unabhängigkeit kämpfenden Việtcộng  (Nationale Front für die Befreiung Vietnams) mit Waffen, Munition und Ausrüstung zu versorgen. Auch heute noch kann man sich dort nicht einfach so bewegen wie man will. Bestimmte Areale dürfen nicht verlassen werden, denn noch immer liegen unzählige Blindgänger verstreut. Die Gegend um den Ho-Chi-Mingh-Pfad, der zu großen Teilen durch Laos verläuft ist eine der am stärksten bombardierten Gegenden der Erde. Was ich nicht wusste: während des Vietnamkrieges gingen allein über Laos mehr Bomben nieder, als im gesamten zweiten Weltkrieg abgeworfen wurden.

In Laos laust man sich gerne - wer es sich leisten kann hat dafür einen "Angestellten"...

In Laos laust man sich gerne – wer es sich leisten kann hat dafür einen „Angestellten“…

 

 

Der Zufall zeigt einem oft die schönsten Orte. Auf dem Bolaven Plateau im Süden von Laos

Der Zufall zeigt einem oft die schönsten Orte. Auf dem Bolaven Plateau im Süden von Laos

 

Etwa 250 Kilometer bin ich diesem teils recht anspruchsvollen Weg gefolgt, der immer wieder im Nichts endet und durch Dschungel, Reis- und Gummibaumplantagen und kleinere Dörfer führt. Eine Strecke, auf der man froh ist, wenn man ein GPS-Gerät dabei hat und wo man die Tankanzeige genau im Auge behalten sollte. Die Landschaft durch die man fährt ist atemberaubend schön und ich muss sagen, dass mir dieses Stück vielleicht noch besser gefallen hat, als die Strecke durch den Norden des Landes.

Si Phan Don, auch „Viertausend Inseln“ genannt, ist ein Archipel an der Stelle des Mekong, wo der mächtige Fluss über verschiedene Wasserfälle stürzt und bis zu 20 Kilometer in die Breite geht. Genau hier lag mein letztes Ziel in Laos. Mit einer Fähre, bestehend aus zwei schrottreifen Kanus und ein paar Brettern darüber befördere ich meine Super Ténéré auf die Insel. Als ich dort schweißgebadet ankomme (ich habe mich und das Motorrad wirklich auf dem Grund des Mekong liegen sehen), stelle ich fest, dass es auch eine etwas stabilere Autofähre gibt, die nur wenige Meter entfernt ablegt, die ich aber nicht gesehen habe.

Zwei entspannte Tage habe ich auf der Insel verbracht, ehe es entlang des Mekong weiter nach Kambodscha ging. Mein drittes und letztes Land auf dieser Reise durch Südostasien…

 

Si Phan Don, auch „Viertausend Inseln“ genannt, ein Archipel an der Stelle des Mekong, wo dieser über verschiedene Wasserfälle stürzt und bis zu 20 Kilometer breit ist, war mein letztes Ziel in Laos. Nachdem ich dort zwei Tage verbracht hatte, sollte es weiter entlang des Mekong nach Kambodscha gehen, mein drittes Land und letztes Land auf dieser Reise durch Südostasien…

Zwei Kanus, ein paar Bretter darüber, so gings über den Mekong. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt...

Zwei Kanus, ein paar Bretter darüber, so gings über den Mekong. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt…

Büffel am Ufer des Mekong

Büffel am Ufer des Mekong

 

 

 

31 Mrz

Chaos in Laos…

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 4 Comments

Knapp 6.000 Kilometer durch Thailand lagen hinter mir, als ich die Grenze bei Muang Ngeum erreichte. Anders als erwartet, war die Einreise nach Laos ein Kinderspiel. Nachdem ich 30 US-Dollar für ein Visum gezahlt hatte, wurde ich durchgewunken. Man sagte mir jedoch, ich müsse drei Hütten weiter noch einmal anhalten, um mein Motorrad ordnungsgemäß zu verzollen.

Ich habe auf meinen Reisen an den verschiedensten Grenzübergängen ja schon so einiges erlebt. Aber die gesamte Belegschaft der Zollabteilug kollektiv beim Nickerchen anzutreffen, wobei alle mit offenem Mund auf dem Schreibtisch kleben, das war mir neu! „Die Armen“, dachte ich mir, „Scheint nen verdammt harter Tag gewesen zu sein“. Und da man Beamte nicht aus dem Schlaf reißen soll – sie könnten ja schlechte Laune haben – habe ich ein paar Minuten gewartet, um dann ganz unauffällig wieder zu meinem Motorrad zu stiefeln. Dabei tat ich so, als würde ich meine gerade bekommenen Unterlagen sortieren. Ein freundlicher Gruß an die neugierig schauenden Kollegen am Schlagbaum, ein gereckter Daumen, dann saß ich wieder im Sattel und machte mich aus dem Staub. Willkommen in Laos…

Zugegeben, ich bin sehr gespannt, wie sich das beim Verlassen des Landes gestalten wird. Ich habe mir aber vorgenommen, um kurz nach 13 Uhr auszureisen, denn das scheint ein verdammt guter Zeitpunkt zu sein… 🙂

 

Endstation. Weiter fahren geht ohne spezielle Papiere und enorme Kosten nicht...

Weiter fahren geht ohne spezielle Papiere und enorme Kosten nicht…

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Eindruck von Laos ist grandios. Mittlerweile liegen schon rund 2.000 Kilometer durch den Norden des Landes hinter mir und ich bin immer wieder aufs Neue beeindruckt. Die Landschaft ist in meinen Augen abwechslungsreicher als im Norden Thailands, vor allem aber sind hier wesentlich weniger Autos und Lastwagen unterwegs. Man muss zwar immer noch hoch konzentriert sein aber aus 500% sind zumindest vorläufig 300% geworden.

Laos ist ganz einfach eine andere Welt und der „Abenteuer-Faktor“ liegt hier auf einem deutlich höheren Level, als in Thailand.

 

In Laos gibt es unglaublich viele Kinder. Mehr als zehn  Kinder pro Familie sind keine Ausnahme sondern eher die Regel,,,

In Laos gibt es unglaublich viele Kinder. Mehr als zehn Kinder pro Familie sind keine Ausnahme sondern eher die Regel,,,

 

 

 

 

 

 

In Asien hockt man gerne...

In Asien hockt man gerne…

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Weg führte mich in die zum Weltkulturerbe zählende Stadt Luang Prabang. Die am Mekong gelegene Provinzhauptstadt strotzt nur so vor Charme. Es gibt zahlreiche Sehenswürdigkeiten, ein sensationelles Preisleistungsverhältnis bei Unterkünften und Verpflegung (5 Euro für ein nettes Zimmer und für 90 Cent kann man sich bei verschiedenen Buffet-Anbietern den Wanst vollschlagen).

Wie frisch im Motorraum gefunden... Getrocknete Ratten - Nachdem man sie in Wasser eingelegt hat, schmecken sie fast wie neu...

Wie frisch im Motorraum gefunden… Getrocknete Ratten – Nachdem man sie in Wasser eingelegt hat, schmecken sie fast wie neu…

Meine größte kulinarische Entdeckung - frittierte Mekong Algen mit Honig, Orange und Sesam. Ein strahlender Stern am laotischen Gastrohimmel!

Meine größte kulinarische Entdeckung – frittierte Mekong Algen mit Honig, Orange und Sesam. Ein strahlender Stern am laotischen Gastrohimmel!

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo wir beim Thema Essen wären: spätestens bei einem Spaziergang über einen laotischen Markt wird einem bewusst, dass die Laoten wirklich alles essen! Und ich meine wirklich ALLES! Spinnen, Gewürm und Krabbeltiere sind da noch die harmlosen Dinge. Hier kommt mein ausgeprägter Drang fremde Speisen zu probieren schnell an seine Grenzen. Es gibt rohen Froschlaich, Hunde (würde ich aus Prinzip niemals essen), Fledermäuse, Schlangenblut, getrocknete Ratten und vieles mehr. Die Vielfalt der laotischen Küche ist aber nicht darauf zurück zu führen, dass die Menschen hier so leidenschaftlich gerne essen, wie etwa in Thailand. Nein, es ist schlichtweg die unglaubliche Armut, die hier herrscht, denn Laos ist eines der ärmsten Länder der Erde.

 

Typisches Dorf im Norden von Laos. Wenigstens gibt es hier schon Strom...

Typisches Dorf im Norden von Laos. Wenigstens gibt es hier schon Strom…

Nordlaos ein Offroadparadies

Nordlaos ein Offroadparadies

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Luang Prabang aus ging es dann in mehreren Tagen durch die Berge bis hinauf an die chinesische Grenze. Auf meinen Wegen habe ich schnell festgestellt, dass man hier auf der Suche nach Offrroad-Strecken nicht lange suchen muss. Egal, wie erfahren man ist oder welches Motorrad man fährt, hier kommt selbst der absolute Vollcross-Profi schnell an seine Grenzen. Dabei haben wir noch Trockensaison! Ich mag mir nicht ausmalen, wie das nach monatelangem Regen aussehen mag. Selbst Superman würde hier auf zwei Rädern vermutlich scheitern…

 

Ab morgen geht es weiter nach Zentral-Laos. Begleitet vom Gekrächze von „The Voice of Laos“, das in unglaublicher Lautstärke vom Sofa des Besitzers dieser Bruchbude hier, bis in mein Zimmer hinauf schallt, werde ich nach ein paar „Beer Lao“ hoffentlich bald in einen tiefen und festen Schlaf fallen.

Gute Nacht Laos…

 

Boote am Mekong. Eine Fahrt über den mächtigen Strom bei Sonnenuntergang mit einem eiskalten BeerLao sollte man sich nicht entgehen lassen...

Boote am Mekong. Eine Fahrt über den mächtigen Strom bei Sonnenuntergang mit einem eiskalten BeerLao sollte man sich nicht entgehen lassen…

 

 

23 Mrz

Das war knapp…

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 8 Comments

 

Wer in Thailand richtig geil Motorradfahren will, der muss in den Norden. Je höher, desto besser…

Ich habe auf meinem Weg dorthin einige Motorradfahrer getroffen: Einheimische, Expats (Ausländer die in Thailand leben) und Reisende wie mich. Bei der Frage nach der schönsten Strecke wurde viel überlegt und einige Optionen genannt – eine Strecke war aber komischerweise immer dabei. Der sogenannte „Mae Hong Son Loop“. Eine Strecke um die Stadt Chiang Mai mit angeblich 1.864 Kurven. Unglaublich! Die musste ich natürlich fahren.

 

Machen wir es kurz: Ich kann den Hype um diese etwa 600 – 1.000 Kilometer lange Strecke (je nachdem, welche Route man wählt), nur bedingt nachvollziehen. Die Strecke ist toll, keine Frage – aber Thailands beste? Nie und nimmer! Der ‚Loop“ ist vermutlich deshalb so populär geworden, weil ihn dutzende – ach was rede ich: hunderte Backpacker, die sonst nur wenig mit Motorradfahren am Hut haben, allmonatlich mit klapprigen Rollern in Angriff nehmen. Denn die Straße verbindet gleich mehrere touristisch attraktive Städtchen und Sehenswürdigkeiten, wie etwa die Höhle „Tham Lot“, verschiedene Wasserfälle und den „Doi Inthanon“, Thailands höchsten Berg. Mit anderen Worten: auf der Straße ist ganz gut was los. Und genau das wäre mir beinahe zum Verhängnis geworden…

Nicht alle Straßen sind von solcher Qualität...

Nicht alle Straßen sind von solcher Qualität…

 

 

 

 

 

 

 

 

In einer Kurve, in der ein normaler Mensch niemals ans Überholen denken würde – es sei denn es ist eine Menge Alkohol oder Todessehnsucht im Spiel – kam mir auf meiner Fahrbahn ein Lkw mit hohem Tempo entgegen. Mir blieb nur eine Möglichkeit, um einem frontalen Aufprall zu entgehen. Ich musste von der Straße runter! Bei etwa 80 Sachen bin ich voll in die Eisen gegangen und eine Böschung hinunter gerauscht. Nur rund einen Meter vor einem Felsen kam mein Motorrad zum stehen. Mein Gott, das war verdammt nochmal knapp und ich weiß nicht, wie das ohne ABS ausgegangen wäre… Gott sei Dank ist mir und dem Mopped nichts passiert.

 

Mit Hilfe einer Minibusbesatzung, war es dann möglich, das Motorrad wieder auf die Straße zu ziehen. Danke an den „Schwarzen Schlumpf“ – meinen Glücksbringer, der mich bislang auf jeder Reise begleitet und hier verdammt gute Arbeit geleistet hat!!!

DER Treffpunkt für Motorradreisende in Südostasien

DER Treffpunkt für Motorradreisende in Südostasien

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Schreck in den Gliedern ging es dann zurück nach Chiang Mai, dem Start- und Endpunkt des Mae Hong Son Loop. Nachdem ich das ein oder andere Bier im „Bikers Corner“ getrunken habe (die Biker Kneipe schlechthin in Thailand), hat mir der Betreiber Phillip dann die WIRKLICH guten Straßen des Landes empfohlen. Hätte ich Idiot ihn doch mal früher aufgesucht. Den „Loop“ würde ich nicht nochmal fahren.

Dank meiner "Kokosnussaxt", die ich auf Koh Phanghan erworben habe, gibt es immer kostenlose Erfrischungen am Wegesrand... :-)

Dank meiner „Kokosnussaxt“, die ich auf Koh Phanghan erworben habe, gibt es immer kostenlose Erfrischungen am Wegesrand… :-)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grundsätzlich kann man sagen, dass die besten Strecken Thailands in Grenznähe zu Myanmar und Laos verlaufen. Über 2.000 Kilometer war ich dort dann noch unterwegs und bin wirklich schwer beeindruckt. Am besten hat mir die Straße „1081“ von Nan im Nordosten, bis zum Grenzübergang nach Laos gefallen. Ich würde sie ohne zu zögern in die Liga der schönsten Straßen aufnehmen, die ich je gefahren bin…

 

 

 

Impression aus Chiang Mai

Impression aus Chiang Mai

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg nach Chiang Mai sollte man unbedingt in Sukhothai Halt machen. Die Ruinenanlage der einstigen Königsstadt kann man für umgerechnet 50 Cent Aufpreis sogar mit dem Motorrad erkunden...

Auf dem Weg nach Chiang Mai sollte man unbedingt in Sukhothai Halt machen. Die Ruinenanlage der einstigen Königsstadt kann man für umgerechnet 50 Cent Aufpreis sogar mit dem Motorrad erkunden…

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonnenuntergang in Sukhothai

Sonnenuntergang in Sukhothai

 

 

 

 

 

 

 

Und nochmal Kultur... :-)

Und nochmal Kultur… :-)

 

 

Wer seine Reisekasse aufbessern will, der kann es in Thailand mit Wetten versuchen. Beim Thaiboxen z.B. Es ist fast schon erschreckend, wie jung die Kämpfer teilweise sind...

Wer seine Reisekasse aufbessern will, der kann es in Thailand mit Wetten versuchen. Beim Thaiboxen z.B. Es ist fast schon erschreckend, wie jung die Kämpfer teilweise sind…

 

 

 

09 Mrz

Raus aus Bangkok

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 1 Comment
Nikkasit Wongsawas – Motographer. Schaut Euch seine Seite mal an. Der Junge hat es drauf, Motorräder in Film und Foto in Szene zu setzen… (Link ganz unten im Artikel)

Foto von Nikkasit Wongsawas – Motographer. Schaut Euch seine Seite mal an. Der Junge hat es drauf, Motorräder in Film und Foto in Szene zu setzen… (Link ganz unten im Artikel)

Mann, war ich gespannt, wie pünktlich meine thailändischen Freunde wohl sein würden. Schließlich ist Pünktlichkeit nicht unbedingt ein Begriff, der einem zuerst einfällt, wenn man an Thailand denkt. Nachdem, was ich in den vergangenen Wochen so erlebt habe, würde ich sagen, dass sich z.B.  Öffnungs- oder Abfahrzeiten eher an der inneren Uhr orientieren (schönen Gruß an meinen Freund Alain…:-)).  Umso erstaunter war ich, als ich um 06:50 Uhr auf den Hof von Panda Rider rollte und die sechs Jungs bereits auf mich warteten. Mindestens genauso überrascht wie von ihrer Zuverlässigkeit war ich von den Motorrädern, die dort standen. Zugegebenermaßen hatte ich etwas anderes, vielleicht einen ein wenig in die Jahre gekommenen Fuhrpark erwartet. Doch scheinbar kann man in Thailand als Motorradjournalist oder Zweiradhändler einen satten Haufen Kohle verdienen (Zuwachsraten von 1000% im letzten Jahr…). Anders kann ich mir nicht erklären, wie man sich sonst die aktuellen Modelle von Firmen wie Ducati, BMW, Triumpf oder Yamaha leisten kann. Aufgrund des hohen Einfuhrzolls kosten diese nämlich erheblich viel mehr als in Deutschland und sind somit, bei einem durchschnittlichen Einkommen von rund 150 Euro pro Monat, vorrangig der Oberschicht vergönnt. Ich war schwer beeindruckt!

Der Meister himself - mit meinem Aufkleber auf seinem Laptop. Seiner ziert meinen Tank...

Der Meister himself – mit meinem Aufkleber auf seinem Laptop. Seiner ziert meinen Tank…

Obwohl Bangkok von zähfließendem Verkehr gelähmt wird, was die momentanen Proteste in der Hauptstadt noch zusätzlich verstärkt , ist es doch erstaunlich, wie zügig man auf den verstopften Straßen vorankommen kann. Zumindest dann, wenn man auf einem Zweirad sitzt und den Feierabendverkehr meidet, worauf ich später noch zu sprechen komme. Bangkoks Verkehr – so scheint es – wird in erster Linie von kleinen Motorrädchen und Rollern dominiert. Wie Ameisen wuseln sie sich unermüdlich und zu abertausenden durch die Lücken der meist stehenden Autos und sammeln sich dann wieder als riesiger Pulk vor der nächsten Ampel, ehe diese wieder auf Grün umschaltet und sich oft mehr als 100 Kräder ein Rennen liefern. Es ist einfach der Wahnsinn! Schnell habe ich gelernt, dass sich der Vorteil, einspurig unterwegs zu sein, sehr stark relativiert, wenn man zwei Seitenkoffer an seinem Motorrad montiert hat. Um mit dem enormen Tempo der anderen Jungs mithalten zu können, musste ich wirklich Millimeterarbeit leisten. (Ich entschuldige mich hiermit in aller Form beidem fluchenden Fahrer des roten Toyota, dessen Rostlaube nun ein Andenken von mir ziert…)

Noch ein Bild vom "Motographer"

Noch  Werk des „Motographer“

Generell gilt auf Thailands Straßen, dass man am dann besten zurechtkommt, wenn man sich an keine Regeln hält. An gar keine. Was in Deutschland vermutlich mit jahrelangem Knastaufenthalt geahndet würde, dient hier tatsächlich der eigenen Sicherheit und auch der der anderen. Es würde einfach nicht anders funktionieren. Bei diesen chaotischen Verkehrsverhältnissen ist man dankbar für eine hohe Motorleistung, denn hier gilt: viel PS = viel Sicherheit!  Ich bin sehr froh, auf der Super Ténéré unterwegs zu sein. Eine leichte Drehbewegung und der Zweizylinder hat mich schon so manches Mal zügig aus der Gefahrenzone herausbeschleunigt. Gut so, denn hier sollte man tunlichst vermeiden, in einen Unfall verwickelt zu werden. Klopf, klopf, klopf auf Holz… Sollte es schlimmstenfalls wirklich einmal dazu kommen, so sagte man mir mit erhobenem Zeigefinger, dann wäre man gut beraten, es so wie die Thais handzuhaben: und zwar so schnell es geht,  Land zu gewinnen. Als Farang (ausgesprochen „Falang“ – so werden alle westlichen Ausländer genannt), sollte man dies sogar tun, wenn einen keinerlei Schuld am Unfall trifft. Die Polizei vertritt in Thailand nämlich die Devise, dass man als Ausländer IMMER Schuld hat. Egal unter welchen Umständen. Die Begründung ist simple: der Unfall wäre schließlich nicht passiert, wenn man daheim geblieben wäre… Nun denn, als wir das Gröbste hinter uns hatten, ging es mit hohem Tempo gen Norden. Unser Ziel an diesem Tag war die einstige Hauptstadt Siams: Ayutthaya, ein Ausflugsziel, das mit gleich mehreren beeindruckenden Ruinenanlagen gesegnet ist. Zudem stand noch der Besuch bei einem im ganzen Land bekannten Farmer auf dem Programm. Ein Mann, der hier scheinbar sowas ähnliches ist, wie seinerzeit Peter Lustig von Löwenzahn, der mir als Kind die Welt erklärt hat.

So anschaulich lernt man in Thailand

So anschaulich lernt man in Thailand

Auf seiner Farm, etwa zwei Fahrstunden nordwestlich von Bangkok, wird Stadtkindern auf wirklich sehr anschauliche und eindrucksvolle Weise der Umgang und der Wert von Lebensmitteln nähergebracht. Wie entsteht Reis, wie macht man Kokusmilch und woher kommt ein Ei – und vor allem, wie bereite ich aus all dem später ein leckeres Essen. Toll! Ganze Hundertschaften von Kindern lernen hier jeden Tag und haben dabei so viel Spaß, wie ich ihn als Kind in der Schule gerne gehabt hätte…

Ride hard.... oder wie bringt man einem Ochsen das Reiten bei...

Ride hard…. oder wie bringt man einem Ochsen das Reiten bei…

Lernen macht Spaß!!!

Lernen macht Spaß!!!

Gegen 18 Uhr kamen wir nach rund 260 Tages-Kilometern wieder am Ausgangspunkt an. Ein geiler Tag ging zu ende. Dachte ich jedenfalls… Denn als ich sagte, ich werde jetzt mal zurück in mein Hotel nahe der Khaosan Road fahren, um mir das Salz vom Körper zu waschen, herrschte Stille. „Das ist keine gute Idee“, sagten sie mir. Es sei schließlich Freitag. Das bedeute Feierabendverkehr vom allerfeinsten und zu allem Überfluss seien an diesem Tag auch noch die Löhne ausgezahlt worden. JEDER wolle jetzt in die Stadt, um sich zu besaufen… Was soll ich sagen, es waren die schlimmsten 20 Kilometer, die ich je gefahren, sagen wir besser gerollt bin. Als ich viereinhalb Stunden später – nassgeschwitzt und aggressiv wie selten zuvor in meinem Leben – im Hotel ankam stand für mich fest, dass ich die Stadt verlassen muss. Auch wenn wir noch ein oder zwei Touren vereinbart hatten, ich wollte nur noch eins: RAUS AUS DIESEM MOLLOCH!!!!

Und Feuer!

Und Feuer!

Egal wie gut mir Bangkok bislang auch gefallen hat. Es wurde höchste Zeit, zu verschwinden und die Reise meinem Tempo anzupassen. Nach ein paar alkoholischen Kaltgetränken im Eiltempo ging es anderntags bereits vor Sonnenaufgang in Richtung Westen. Über Kanchanaburi, der Stadt mit der berühmten Brücke am River Kwai (der eigentlich „quer“ ausgesprochen wird), bin ich immer weiter in Richtung Myanmar gefahren. Über kleinste Sträßchen und Schotterpisten endete meine Fahrt an diesem Tag erst, als ich an einem großen See ein paar Hausboote im Wasser liegen sah. Kein Mensch und vor allem kein Auto weit und breit. Für mich stand fest, dass ich genau dort die Nacht verbringen will.  Für weniger als zehn Euro habe ich ein komplettes Hausboot ganz für mich alleine beziehen können. Strom gab es nur aus dem Generator, der extra von 18-21 Uhr angeworfen wurde. Wo mich gestern noch die Lärmende Metropole um den Schlaf brachte, sangen mich jetzt die Geckos sanft in den Schlaf.

Ich habe sie gefunden: die perfekte Unterkunft nach einem heißen und staubigen Fahrtag...

Ich habe sie gefunden: die perfekte Unterkunft nach einem heißen und staubigen Fahrtag…

Nach einem Stop in Sanglaburi, ging es anderen Tags zurück nach Kanschanaburi, wo ich ebenfalls zwei entspannte Tage verbracht habe. Ich plane nun, weiter in Richtung Chiang Mai im Norden Thailands zu fahren. Dort soll es eine berühmte Motorradstrecke mit 1.864! Kurven geben, die mir schon mehrfach wärmstens empfohlen wurde. Keine Frage, dass ich mir die nicht entgehen lassen werde…

Die berühmte Brücke am River Kwai. Bei uns eher bekannt durch den "Underberg-Song"...

Die berühmte Brücke am River Kwai. Bei uns eher bekannt durch den „Underberg-Song“…

Hier natürlich noch der Link zu meinem Freund, dem „Motografen“ – ein Seelenverwandter und unglaublich inspirierender Bursche!!! https://www.facebook.com/nikkasit/photos_albums

01 Mrz

Erste Freundschaften

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 3 Comments

Eigentlich wollte ich bei „Panda Rider“, dem größten Motorrad-Ausrüstungsladen Südostasiens nur ein paar Ausrüstungsgegenstände (wie etwa Zelt, Schlafsack und langärmlige Klamotten) abgeben, die ich erst in Japan benötigen werde und die ich nicht die ganze Zeit sinnlos mit mir rum schleppen möchte. Diesbezüglich hatte ich dem Besitzer ein paar Wochen zuvor eine E-Mail geschrieben und es wurde ein Termin vereinbart. Als ich dort dann vor einigen Tagen auf der Matte stand, konnte ich kaum glauben, was mir für ein Empfang bereitet wurde. Zahlreiche Journalisten verschiedener thailändischer Motorrad-Magazine waren vor Ort, um von meiner Reise durch ihr Land zu berichten. Aus der geplanten Übergabe wurde ein über vierstündiges Treffen, bei dem ich unglaublich nette Jungs kennen gelernt habe. Schnell haben wir gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge sind und so wurde der Plan geboren, eine gemeinsame Ausfahrt zu machen, um mir ein paar sehenswerte Orte zu zeigen und vor allem um gemeinsam Motorrad zu fahren. Mein Interesse war groß! Was fährt man hier für ein Motorrad, wenn man nicht wie alle anderen auf einem Roller unterwegs ist? Was trägt man für Klamotten? Und wie ist die Fahrweise der Biker hier? Fragen, die mir heute beantwortet wurden…

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Doch gehen wir zunächst erst einmal zwei Wochen zurück. Nachdem ich endlich mein Motorrad durch den Zoll gebracht habe, kam meine Freundin zu Besuch. Da diese Reise rund ein halbes Jahr dauern soll, wollten wir noch ein paar gemeinsame Tage am Meer verbringen und uns in Ruhe voneinander verabschieden.

Atemberaubende Aussicht von der „Sky Bar“ auf dem Dach des Lebua State Tower

Atemberaubende Aussicht von der „Sky Bar“ auf dem Dach des Lebua State Tower

 

 

 

 

 

 

Die Fahrt mit einem der Wassertaxis auf dem Chaopraya-River gehört ebenfalls zu den Dingen, die man sich in Bangkok nicht entgehen lassen sollte

Die Fahrt mit einem der Wassertaxis auf dem Chaopraya-River gehört ebenfalls zu den Dingen, die man sich in Bangkok nicht entgehen lassen sollte

 

 

 

 

 

 

 

Wellness im Akkord auf der Khaosan Road in Bangkoks Altstadt Banglampoo. Einmal kneten für rund 5 Euro pro Stunde

Wellness im Akkord auf der Khaosan Road in Bangkoks Altstadt Banglampoo. Einmal kneten für rund 5 Euro pro Stunde

 

 

 

 

 

 

 

Motorradpflege muss sein – Im Restaurant dieses gewissenhaften Kochs muss es einfach sauber sein…

Motorradpflege muss sein – Im Restaurant dieses gewissenhaften Kochs muss es einfach sauber sein…

 

 

 

 

 

 

 

Wäscherei auf der Khaosan Road

Wäscherei auf der Khaosan Road

 

 

 

 

 

 

Prunk im Überfluss – Wat Pho Tempel in Bangkok

Prunk im Überfluss – Wat Pho Tempel in Bangkok

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach drei Tagen Aufenthalt in Bangkok sind Heike und ich dann in Richtung Süden aufgebrochen. Unter Missachtung des Verbots für Zweiräder, die – nennen wir es „Autobahn“ – zu nutzen, ging es über den königlichen Badeort Hua Hin weiter ins etwa 400km südlich von der Hauptstadt gelegene Ban Krut. Im Gegensatz zu erstgenanntem Ort ein echter Geheimtipp!!! Dort findet man endlose Traumstrände, die Gott sei Dank noch nicht vom Massentourismus entdeckt wurden. Ganz im Gegensatz zur Andamanenküste Thailands, der wir anschließend gefolgt sind. Schon sehr schnell stand für uns fest, dass wir in Orten wie Khao Lak oder Phuket nicht das finden würden, wonach wir auf der Suche sind. Nämliche Ruhe. Dort wimmelt es nur so vor großen Hotelanlagen, in deren Umkreis die Preise fast dreimal so hoch sind wie üblich und auch die Küche wurde dort größtenteils in den selbst kleinsten Restaurants an den europäischen Gaumen angepasst.

Kurzerhand haben wir also unsere Reiseroute geändert und sind zielstrebig in Richtung Koh Phangan aufgebrochen – auf eine Insel, die wir beide von früheren Reisen gut kennen und wo wir uns einfach nur sehr wohlfühlen. Dort hat der Tourismus in den letzten Jahren zwar auch stark zugenommen, doch solange man dort noch nicht den Anblick von Touristen ertragen muss, die sich in String-Tangas eine Frisbee-Scheibe zuwerfen oder zusammengepfercht in der prallen Sonne braten, ist die Welt dort noch in Ordnung. Es wird auch weiterhin unserer Favorit unter den Inseln des Landes bleiben.

Traumhafter Strand in Ban Krut

Traumhafter Strand in Ban Krut

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherung gegen ordentlichen Seegang auf der Fähre nach Koh Phangan

Sicherung gegen ordentlichen Seegang auf der Fähre nach Koh Phangan

 

 

 

 

 

 

 

Erste Ausritte im Gelände – es juckt einfach immer wieder…

Erste Ausritte im Gelände – es juckt einfach immer wieder…

 

 

 

 

 

 

Üble Urwaldpiste zum Strand von Haad Tien

Üble Urwaldpiste zum Strand von Haad Tien

 

 

 

 

 

 

Was für ein heftiger Job. 12 Stunden lang über eine tödliche Gefahr gebeugt Kokosnüsse schälen. Man will gar nicht an die Arbeitsunfälle denken, die hier immer wieder passieren…

Was für ein heftiger Job. 12 Stunden lang über eine tödliche Gefahr gebeugt Kokosnüsse schälen. Man will gar nicht an die Arbeitsunfälle denken, die hier immer wieder passieren…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Tage auf unserer „Lieblingsinsel“ vergingen wie im Flug und mit jedem Tag, an dem der Abschied näher rückte, kroch dieses beklemmende Gefühl in mir hoch, den liebsten Menschen schon sehr bald für eine lange Zeit nicht mehr in meiner Nähe zu wissen. Nach gut 2.500 Kilometern gemeinsam auf meiner Super Ténéré, haben wir dann wieder Bangkok erreicht. Ohne übrigens ein einziges Mal von der Polizei angehalten worden zu sein (was mich positiv überrascht, da ich ganz andere Geschichten gehört habe…). Mittlerweile ist Heike wieder in Deutschland gelandet. Nach einem sehr emotionalen Abschied bin ich ab jetzt alleine unterwegs. Der Weg wird mich nun in den Norden Thailands führen.

Der Abschied naht…

Der Abschied naht…

 

 

 

 

 

 

Letzter Abend auf Koh Phangan. Danke Baby, für die wunderschöne Zeit…

Letzter Abend auf Koh Phangan. Danke Baby, für die wunderschöne Zeit…

 

 

 

 

 

 

 

Mehr dazu und wie das Treffen mit meinen thailändischen Freunden war, gibt es hier in Kürze …

09 Feb

Start mit Hindernissen

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 18 Comments

 

Fünf Tage bin ich nun in Bangkok – an vier davon bin ich durch die bürokratische Hölle gegangen…

Eigentlich hatte ich gedacht es würde ein Kinderspiel werden, mein Motorrad nach der Ankunft in Thailands Hauptstadt in Empfang zu nehmen. Wenn es hoch kommt fünf bis sechs Stunden hatte ich dafür veranschlagt. Eine sehr optimistische Schätzung, bei der ich die Rechnung leider ohne den Wirt gemacht habe. Der saß in diesem Fall in Gestalt eines Sachbearbeiters in einem Konsulat in Essen und hat mich durch ein falsches Buchstabenkürzel im Visum („O“ anstatt „TR“) vom einfachen Touristen in die Kategorie derer beförderte, die mit einer Thailänderin verheiratet sind und hier einen Wohnsitz haben. Diese Personen dürfen jedoch nur dann ein Fahrzeug ins Land einführen, wenn zuvor ein Einfuhrzoll in Höhe von 140% des Fahrzeugneuwertes berappt wurde. In meinem Fall fast 20.000 Euro – ein Vielfaches dessen, was ich für die gesamte Reise einkalkuliert habe.

Im Grunde genommen braucht man als Deutscher Tourist eigentlich gar kein Visum. Ich habe jedoch eins beantragt, da ich flexibler reisen möchte. Andernfalls müsste ich sonst alle Nase lang einen sogenannten „Visa-run“ machen, sprich kurz aus Thailand aus- und wieder einreisen, um dann wieder für weitere 14 Tage bleiben zu können, ehe die Prozedur wiederholt werden muss. Ein Stress, den ich mir nicht antun wollte.

Das Schuldeingeständnis des Konsulats brachte den Durchbruch

Das Schuldeingeständnis des Konsulats brachte den Durchbruch


 

 

 

 

 

 

Als der erste Zollbeamte auf das Visum im Pass deutete und immer wieder was von „Category „O“ faselte, dachte ich noch, dass sich dieses Problem schnell aus der Welt schaffen ließe. Mitnichten! Mein Frust stieg mit jedem Uniformierten, der mir den Reisepass kopfschüttelnd zurückgab, um mich an immer weitere Vorgesetzte zu verweisen. Als selbst die Chefin der  Zollbehörde schließlich sagte, sie könne nicht gegen Vorschriften verstoßen, war ich fix und fertig mit den Nerven.

Ich habe es auf die nette, die forsche, die schleimige und auch die  verzweifelte Tour versucht. Alles ohne Erfolg. Was folgte, waren knapp 300 Kilometer,  die ich in den nächsten zwei Tagen mit dem Taxi durch Bangkok von einer Behörde zur nächsten gefahren bin. Wer die Stadt kennt, der weiß was das bedeutet. Es war der Horror…

Ich hatte mein Motorrad innerlich schon abgeschrieben, als sich Theelatee, eine Mitarbeiterin der Firma, die mein Motorrad nach Asien transportiert hat, einschaltete. Sie hat sich zwei Tage lang unglaublich für mich ins Zeug gelegt – hat nochmal beim Chef der Einwanderungsbehörde vorgesprochen, hat mit der Botschaft in Frankfurt telefoniert und mich zu den verschiedensten Ämtern begleitet. Gestern um 16 Uhr habe ich dann endlich die  entscheidende letzte Unterschrift bekommen. Obwohl für die Zollbeamten zu dieser Uhrzeit eigentlich schon das Wochenende begonnen hätte, hat Theelatee die Zöllner dazu überredet, für mich doch bitte eine Ausnahme zu machen. Sage und schreibe NEUN Angestellte haben zwei Stunden ihrer Freizeit geopfert, damit ich endlich meine geliebte Super Ténéré in Empfang nehmen konnte. Was für ein Moment!!! Mir standen die Tränen der Freude in den Augen, als ich endlich auf dem Motorrad saß und mir den Weg in die Stadt gebahnt habe.

Theelatee - "Superwoman" im Kampf gegen Bürokratie

Theelatee – „Superwoman“ im Kampf gegen ausufernde Bürokratie

Völlig unbeschadet konnte ich meine Yamaha in Empfang nehmen

Völlig unbeschadet konnte ich meine Yamaha in Empfang nehmen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem ich die letzten Tage in einer Bruchbude  35 Kilometer außerhalb der Stadt am Flughafen verbracht habe, werde ich nun noch ein paar weitere hier in dieser aufregenden Metropole verbringen. Zu all  der Freude ist heute auch noch meine Freundin gekommen. Nachdem wir die Stadt und deren Nachtleben unter die Lupe genommen haben, wollen wir weiter gen Süden fahren. Mich zieht es auf irgendeine schöne Insel, wo weit und breit keine
Uniformen zu sehen sind…

Yeah!!!! Jetzt kann Thailand endlich kommen...

Yeah!!!! Jetzt ist es endlich soweit! Thailand kann kommen… :-)