Adios Mexico…

Erik Peters / Abenteuer Nordamerika, Reiseberichte / / 3 Kommentare
Cabo San Lucas - der südlichste Punkt der Baja California
Cabo San Lucas – der südlichste Punkt der Baja California

Meine Zeit in Mexiko läuft langsam ab. Henning ist bereits heute morgen in die USA weiter gereist. Seine Reise neigt sich dem Ende. Da mein Kfz-Versicherungsschutz für die USA erst in zwei Tagen beginnt, werde ich auch dann erst einreisen. Ich wäre gerne mit Henning über die Grenze gefahren, will aber keine drakonische Strafe riskieren. Außerdem  muss ich sagen, dass ich mir nicht den schlechtesten Ort ausgesucht habe, um zwei Tage lang nichts zu tun. In „Pete’s Camp“, nahe der Ortschaft San Felipe, im Norden der Baja California, habe ich als einziger Gast mein Zelt direkt am Strand aufgeschlagen und liege nun in meiner Hängematte.

Ebbe an Pete's camp
Ebbe an Pete’s camp

Ein wenig wehmütig blicke ich auf die Zeit zurück, die in diesem aufregenden Land hinter mir liegt. Gut 8000 Kilometer werden auf dem Tacho stehen, wenn ich übermorgen bei der Stadt Mexicali in die USA einreisen werde.

Pete's Camp
Der einzige Gast in Pete’s Camp

 

Das erste Lagerfeuer der Reise
Das erste Lagerfeuer der Reise

 

Die Baja California, der angeblich so amerikanische Teil Mexikos, hat mir übrigens ausgesprochen gut gefallen – nicht nur wegen der Einsamkeit und den sagenhaft unterschiedlichen Landschaftsformen (mal kommt man sich vor wie im Oman und nur wenige Kilometer weiter denkt man, man sei in Ostfriesland gelandet), sondern vor allem wegen den phantastischen Strecken, die man auf und abseits der Straße fahren kann.

Siehe dazu dieses neue kleine Video:

\“Abenteuer Nordamerika\“ – Baja California

Ist Mexiko gefährlich???  Dies wurde ich in den letzten Wochen oft gefragt. Kann man dort überhaupt gefahrlos reisen? Mit der Antwort auf diese wichtige Frage wollte ich eigentlich bis nach der Ausreise warten, doch da keine 200 Kilometer mehr verbleiben und ich momentan Zeit satt habe, greife ich doch schon mal vor. Ich persönlich kann die Frage weder mit „ja“, noch mit „nein“ beantworten. Das Einzige, was ich dazu sagen kann, ist, dass ICH MICH in Mexiko SEHR sicher gefühlt habe. Bislang habe ich nicht eine einzige Situation erlebt, in der ich ein ungutes Gefühl hatte oder es gefährlich gewesen wäre. Wollen wir hoffen, dass es so bleibt. Alle Menschen – und ich habe wirklich zu allen Bevölkerungsschichten Kontakt gehabt – sind mir absolut freundlich und friedfertig begegnet.

Auf der anderen Seite darf man die Augen nicht vor der Realität verschließen. Dass in Mexiko im vergangenen Jahr über 12.000 Menschen ermordet wurden (größtenteils im Zusammenhang mit dem Drogenhandel) und einige mexikanische Städte zu den gefährlichsten der Welt gehören, sind traurige Fakten. Als Reisender bekommt man von alledem allerdings nichts mit – solange man keinen Blick in die Zeitung wirft… Dann nämlich könnte es einem Angst und Bange werden. Oftmals scheint wirklich nur über Mord und Totschlag berichtet zu werden. Auch wie mit dem Thema umgegangen wird, mag uns sehr krass erscheinen. Eine Schlagzeile der letzten Tage lautete „Tres balas y adios“ – Drei Kugeln und tschüß – darunter war ein 15jähriger Junge abgebildet, dem man in den Kopf geschossen hatte. Alle schrecklichen Details waren zu sehen.

Nur wenige Tage, nachdem wir in Palenque waren, wurden in der Nähe 27 geköpfte Leichen gefunden und auch nahe der Stadt Oaxaca wo wir zwei Tage gewesen sind, wurden letzte Woche zehn Bauern erschossen. Ob man also in diesem Land sicher reisen kann, das muss jeder für sich entscheiden. Ich für meinen Teil kann es nur wärmstens empfehlen…

Ich werde mir jetzt die Zeit nehmen, um mich von Mexiko gebührend zu verabschieden und ich freue mich schon riesig auf mein nächstes Reiseland, die USA. Nicht zuletzt deshalb, weil meine Freundin mich in wenigen Tagen in Los Angeles besuchen wird und wir zusammen die Küstenstraße 101 fahren werden.

So long

Erik

3 Kommentare

  1. Tobi  —  1. Juni 2011 at 14:15

    Der Hammer! Hast du dir die 5D mit Tape am Helm festgeklebt?

    • Erik Peters  —  1. Juni 2011 at 16:06

      Endlich jemand, der weiß, wie es gemacht wird… Da alle helmkameras schrottig sind, hilft nur das gute alte panzerband…:-)

  2. Carsten  —  7. Juni 2011 at 09:35

    Hej Erik,
    ich bin immer wieder begeistert, deine Berichte zu lesen. Deine offene Art und weise wie du dokumentierst kommt super an.
    Mal sehen, wie ich in Island online sein kann, damit ich während meiner Reise, sofern es schlechtes Wetter ist, einiges verfolgen kann. Aber vermutlich werde ich abends im Zelt auch meine Tagebücher schreiben und versuchen sie unter meiner Seite zu posten.
    Deine Koordinaten sind angekommen und gleich als POI auf dem Navi, das Bild werde ich in meinem Blog posten.

    Dir erstmal weiterhin viel viel Abenteuer.
    Carsten aus Kiel

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