Endlich zu zweit…

Erik Peters / Abenteuer Nordamerika, Reiseberichte / / 11 Comments / Like this

Seit meinem letzten Eintrag sind ein paar Tage vergangen. Tage, die ich dazu genutzt habe, einen Schlenker durchs südliche British Columbia zu fahren, um die Zeit bis zur Ankunft meines Reisepartners zu überbrücken. Ich habe endlich beginnen können, an der Fortsetzung meines Filmes zu arbeiten und dabei sind viele klasse Aufnahmen entstanden. Abends dann, wenn ich mal die Zeit gehabt hätte, um etwas zu schreiben, war leider nie die Gelegenheit gegeben, online zu gehen, da ich zum größten Teil in „Provincial Parks“ übernachte. Der Internetzugang begrenzt sich auf kurze Mc Donalds – Besuche, da es dort überall kostenloses WIFI gibt (mir hängt mittlerweile allerdings das „Big Breakfast“ zu den Ohren raus…). 

Bye, bye Vancouver...

Bye, bye Vancouver…

Irgendwie hatte ich in den vergangenen Wochen das Gefühl, dass Vancouver mich festhalten würde. Immer wieder musste ich in die Stadt zurück, um noch ein paar Dinge zu besorgen, dies und das zu erledigen und hatte dabei insgeheim gehofft, dass Alain doch früher kommen würde. Doch dies sollte noch ein paar Tage dauern. Da ich jedoch genug vom Großstadtleben hatte und Vancouver wirklich eine ziemlich teure Stadt ist (alleine eine Übernachtung auf dem Campingplatz kostet umgerechnet 40 Euro – von einem Hotel ganz zu schweigen…) lag mein Heil in der Flucht.  So bin ich nun nach einem Schlenker über die Sunshine Coast auf Vancouver Island, der größten Pazifikinsel Nordamerikas, gelandet.

Molly’s Reach, der Hauptdrehort einer meiner Lieblingsserien als Kind. Die Strandpiraten (spielte an der Sunshine Coast)

 

 

Unterwegs auf den unzähligen Logging Roads

Unterwegs auf den unzähligen Logging Roads

 

Über 3000 Kilometer habe ich mittlerweile auf meiner Ténéré hinter mich gebracht. Ich kann gar nicht genug davon bekommen, Kilometer zu „fressen“ und so schön die Insel auch ist, ich freue mich schon darauf, bald in diese unermessliche Weite des Festlandes vorzudringen.

 

Viele Kilometer habe ich in den letzten Tagen auf sogenannten „Logging Roads“ (Holzfällerpisten) zurück gelegt, von denen es alleine auf Vancouver Island tausende gibt. Auf diesen unbefestigten Straßen muss man sich aber erst mal vernünftig orientieren können, da die Hinweisschilder in einem vermutlich nur für Holzfäller verständlichen Fachchinesisch geschrieben sind. „HREN12 – X34 rechts abbiegen“, so ungefähr lautet der größte Teil der Beschilderung im Hinterland. Ganz ehrlich, das ist das erste Mal auf Reisen, dass ich ohne GPS-Gerät aufgeschmissen wäre und mich hoffnungslos verfranzt hätte. Selbst in der Mongolei war es nicht so verzwickt…

Auf diesen Logging Roads bekommt man übrigens auch unglaublich viele Bären zu sehen. Wer sich das Geld für eine teure „Bären-Safari“ sparen möchte, der muss nur ein paar Kilometer von den asphaltierten Wegen abbiegen. Wenn einem so ein Koloss plötzlich den Weg versperrt, wird einem erst mal ganz anders zumute… Ich habe alleine in den ersten zwei Tagen auf Vancouver Island neun Stück gesehen, die mitten auf der Fahrbahn standen. Einmal kam ich mit gut Schmackes um eine Kurve gedonnert und konnte nur mit Ach und Krach ausweichen. Es fehlte wirklich nicht viel und ich hätte einen Schwarzbären über den Haufen gefahren.

 

Qualicum Trading Post – ein unvergleichlicher Ort, an dem ich bei mat, einem kanadischen Urgestein unglaublich viel über die Ureinwohner gelernt habe. Hier hat übrigens auch die Band „Boss Hoss“ ein Video gedreht…
 

Kleiner Teil einer Gruppe von über 300 Delphinen in der "Johnstone Strait"

Mein Freund Alain hat es tatsächlich geschafft! Das ist die beste Nachricht seit Beginn der Reise. Und was noch besser ist: Er ist sogar stolzer Besitzer eines Motorrades – einer Kawasaki KLR 650 – dazu aber später noch mehr. Bei strömendem Regen habe ich ihn vorgestern in Tofino auf Vancouver Island getroffen. Es wurde eine lange Nacht…

PS: Was mich ein wenig beunruhigt (und die Leser von „cologne-Shanghai“ wissen warum: Er hat wieder einen Tankrucksack dabei…

 

Noch viele Kilometer bis nach New York liegen vor uns…