Kategorie: Abenteuer Asien

21 Jan

Werkzeug und Ersatzteile

Erik Peters / Abenteuer Asien / / 0 Comments

Was hatten mein Freund Alain und ich auf unserer ersten großen Reise nicht alles an Werkzeug und Ersatzteilen dabei! Ein wahrer Berg an Teilen, ohne die, so dachten wir damals, unsere Reise zum Scheitern verurteilt sei. Das war natürlich Quatsch! Nie wieder würde ich zwei komplette Satz Reifen, eine Ersatzbatterie, einen halben Vergaser, Zündspule und was weiß ich noch alles mitnehmen, denn dank Murphys Law gehen sowieso nie die Teile kaputt, die man als Ersatz im Gepäck mit sich führt.

Jeder kennt sein Motorrad und eventuelle Schwachstellen am besten. Daher sollte individuell beurteilt werden, welche Ersatzteile und welches Werkzeug ins Reisegepäck gehören. Was aber auf keinen Fall fehlen darf, sind Dinge, mit denen man improvisieren kann: Klebeband, Draht, Kleber, Kabelbinder, Schrauben, Muttern, usw. Mit den einfachsten Mitteln lassen sich unterwegs die meisten Probleme lösen.

 

 

 

21 Jan

Essen & Schlafen – die größten Kostenfaktoren

Erik Peters / Abenteuer Asien / / 0 Comments

Die Wahl der richtigen Outdoor-Ausrüstung ist abhängig von mehreren entscheidenden Faktoren: da wäre natürlich das Reiseziel, das dortige Klima, das jeweilige Budget, in erster Linie jedoch die Art, wie man überhaupt reisen möchte. Nicht jeder will die Nächte im Zelt verbringen und auch die Essenszubereitung  auf dem „Campingkocher“ ist nicht jedermanns Sache. Doch genau dies sind die alles entscheidenden Punkte! Denn von der Antwort auf die Frage, wo man schlafen und was man essen möchte, hängt nicht nur ab, wie viel Gepäck man mitnehmen muss, sondern vor allem auch, wie teuer die Reise letztendlich werden wird.

Nehmen wir meine Reise durch Nordamerika: wenn ich in den vier Monaten in Alaska und Kanada jede Nacht in einem Hotel geschlafen und ausschließlich in Restaurants gegessen hätte, dann hätte ich zwar auf einen großen Teil des Gepäcks verzichten können, es wären aber Mehrkosten im fünfstelligen Bereich auf mich zugekommen. Wenn man sich also fürs Zelt entscheidet (am besten wild campen, denn das kostet gar nichts) und man sein Essen selbst zubereitet, dann ist es sogar in relativ teuren Reiseländern (Kanada, Norwegen, etc.) möglich, die Kosten auf unter 1.000 Euro pro Monat zu drücken.

In günstigen Reiseregionen, wie z.B. Südostasien, wo Übernachtungen und Restaurantbesuche kaum ins Gewicht fallen, kann man getrost auf Zelt, Isomatte, Kocher, Essgeschirr, etc. verzichten. Dort ist es selbst mit den oben genannten 1.000 Euro im Monat möglich, sich einen gewissen Luxus zu gönnen. Davon mal abgesehen sind die Möglichkeiten, in Südostasien zu campen arg begrenzt und die Selbstverpflegung wäre vermutlich sogar teurer, als der Besuch von Garküchen und Restaurants.

 

Zelt:

Das Modell, in dem ich bislang die mit Abstand meisten Nächte verbracht habe ist das „Alaska 2 XL“ vom deutschen Hersteller Tatonka. Selbst bei harten äußeren Bedingungen (schwerer Sturm, Monsunregen, große Hitze, etc..) hat mich meine Unterkunft noch nie im Stich gelassen. Hier stimmt der Preis, die Qualität und vor allem bietet es genügend Platz, um bei schlechtem Wetter notfalls auch mal einen oder mehrere Tage darin zu verbringen. Bei längeren Regenphasen gibt es nichts Schlimmeres, als ein zu kleines Zelt, in dem man noch nicht mal aufrecht sitzen kann.

 

Schlafsack:

Über die Jahre haben sich in meinem „Outdoor-Schrank“ gleich mehrere Schlafsäcke angesammelt. Ein dicker Daunenschlafsack der Firma Yeti, den ich mir für einst für eine Kanutour in Alaska gekauft habe, ist sogar schon seit über zwanzig Jahren im Einsatz.

Doch welchen Schlafsack packe ich ein, wenn ich zu einer Reise mit dem Motorrad aufbreche? Nun, auch hier ist die Wahl vom Reiseziel abhängig. Sollte sich dies über mehrere Klimazonen erstrecken oder die Reise so lang dauern, dass ich in verschiedenen Jahreszeiten unterwegs bin, dann nehme ich persönlich zwei Schlafsäcke mit. Bevor ich also einen dicken Winterschlafsack einpacke, in dem es in frostigen Nächten zwar kuschelig warm, ich in lauen Nächten aber kaum auszuhalten ist, nehme ich lieber zwei dünnere Schlafsäcke mit. Im Bedarfsfall kombiniere ich sie einfach miteinander. Auf den letzten Reisen hatte ich also einen dünnen Kunstfaser- und zusätzlich noch einen sehr dünnen Daunenschlafsack im Gepäck.

 

Isomatte:

Ich liege seit vielen Jahren auf der gleichen Isomatte. Obwohl ich nie eine Schutzplane unters Zelt lege, hatte ich noch nie einen Plattfuß oder andere Probleme. Wer Probleme mit dem Rücken hat, der sollte bei der Wahl der Isomatte nicht aufs Geld oder das Packmaß achten. Es gibt nichts Schlimmeres, als über einen längeren Zeitraum schlecht zu Schlafen und morgens mit Rückenschmerzen aufzuwachen.

 

Kocher:

In Ländern, wie etwa Thailand, in denen der Besuch einer Garküche günstiger ist, als selbst zu kochen, bleibt meine Outdoorküche zuhause. Wenn ich hingegen in Gegenden reise, in denen ich auf Selbstverpflegung angewiesen bin (sei es aufgrund der hohen Restaurantpreise (z.B. Kanada oder Norwegen) oder der gewöhnungsbedürftigen Küche (z.B. Mongolei, Kirgistan), dann dürfen Kocher und Geschirr auf keinen Fall fehlen. Hier wiederum bevorzuge ich auf kürzeren Reisen den Gaskocher und auf langen Touren den „Mehrstoffkocher“, den ich dafür mit Benzin aus dem Tank befüllen kann.

 

 

21 Jan

Die passende Motorradbekleidung

Erik Peters / Abenteuer Asien / / 0 Comments

Schon seit über zehn Jahren bin ich mit Pharao Motorradbekleidung von Polo unterwegs. Was Jacke und Hose betrifft, so bin ich also von Anfang an gut ausgerüstet. Natürlich hatte ich ab und an auch Verbesserungsvorschläge (die ich weitergeleitet habe), echte Probleme hatte ich unterwegs jedoch nie. Daher kann ich die Sachen uneingeschränkt und guten Gewissens empfehlen.

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Die lange Suche nach dem passenden Schuhwerk

Auf der ersten „großen“ Reise trug ich reine Cross-Stiefel der Firma „Oxtar“ an den Füßen. Junge, was war das für ein Krampf! Klobige Cross-Stiefel mögen ja im Cross- oder Rally-Sport Vorteile bieten, aber auf Reisen überwiegen meiner Meinung nach doch ganz klar die Nachteile. Was bringen einem die sichersten Schuhe, wenn selbst der Weg zum Bezahlen an der Tankstelle eine Tortur ist. Von längeren Wanderungen ganz zu schweigen – da müsste man also nochmal zusätzliche Wanderschuhe einpacken. Auch nasse Füße bekam ich in den Schuhen schon dann, wenn ich nur 20 Meter durch eine nasse Wiese lief. Man merkt schon: ich habe die Dinger gehasst…

Es folgten diverse andere Motorradstiefel der unterschiedlichsten Hersteller. Alle waren zwar besser als mein erstes Paar, doch richtig zufrieden war ich nie. Nach langem Suchen bin ich dann endlich bei dem Modell Airpower P6 High des deutschen Herstellers HAIX gelandet. Obwohl (oder vielleicht gerade weil) dieser Schuh für Militär und Polizei konzipiert wurde, ist er für mich der optimale Begleiter auf Reisen. Die Schuhe sind 100%ig wasserdicht, ich kann darin lange Wanderungen machen und auch zum Motorradfahren als solches sind sie ideal. Selbst bei stundenlangen Regenfahrten bleiben die Füße trocken und auch in heißen Gefilden, wie etwa in Südostasiens hatte ich nie das Gefühl, als würden meine Füße schmelzen.

 

Socken, die der Nase schmeicheln

Was die Socken anbelangt, so schwöre ich übrigens auf Merino Wolle (je nach Reiseziel in dicker oder dünner Ausführung). Wolle vom Merinoschaf, so meine Erfahrung, muffelt selbst dann nicht, wenn man die Socken eine Woche lang (oder länger…) jeden Tag trägt. Wenn ich also nochmal mit meinem Freund Alain auf Reisen gehe, dann weiß ich, was er vorher von mir geschenkt bekommt…:-)

21 Jan

Unterwegs in der digitalen Welt

Erik Peters / Abenteuer Asien / / 0 Comments

Das Smartphone als treuer Begleiter

Ich hätte nie gedacht, dass ich das tatsächlich mal sagen würde, aber das Smartphone gehört für mich mittlerweile tatsächlich zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen und auf die vielen Vorteile möchte ich unterwegs nicht mehr verzichten.

Egal, ob ich nun einen Wechselkurs umrechnen, etwas im digitalen Reiseführer nachschlagen (hier ist vor allem die Suchfunktion einem Buch überlegen), den Wetterbericht checken oder eine Unterkunft buchen möchte – die Nutzung eines Smartphones macht das Leben auf Reisen wirklich einfacher und aufgrund vielseitiger Vergleichsmöglichkeiten (z.B. bei der Wahl der Unterkunft) kann man jede Geld sparen. Von den Möglichkeiten, selbst aus exotischen Winkeln der Welt über WhatsApp oder Skype kostenlos Kontakt mit der Heimat aufnehmen zu können, dem Einsatz nützlicher Kamera Apps, bis hin zum Einsatz der Mücken App (ja, die gibt es wirklich) in Schottland, ganz zu schweigen. Und die Liste der Möglichkeiten wird von Jahr zu Jahr länger.

Alles, was man jetzt noch braucht, ist die passende SIM-Karte. Ansonsten könnte es passieren, dass einen bei der nächsten Mobilfunkabrechnung der Schlag trifft. Diese kaufe ich mir entweder unterwegs im jeweiligen Land (z.B. in Schottland – im Vodafone Shop oder in Thailand im 7-Eleven Supermarkt) oder aber ich besorge mir die Karte im Vorfeld der Reise ( z.B. online bei Beachsim).

 

Datensicherung auf Reisen

Seitdem ich vor zehn Jahren auf meiner „Cologne Shanghai“ Tour den Verlust aller Filmaufnahmen verkraften musste – ich hatte natürlich keine Sicherungskopien angelegt – hat das Thema Datensicherung für mich unterwegs aller höchste Priorität. Bevor ich jemals wieder meine Aufnahmen verliere, sichere ich mich lieber doppelt und dreifach ab. Will heißen, dass ich mittlerweile drei Festplatten dabeihabe, auf die ich meine Daten in regelmäßigen Abständen kopiere. Die Festplatten wiederum deponiere ich an verschiedenen Orten (eine stets am Mann, eine im Gepäck und die andere am Fahrzeug), so dass selbst im Falle eines Diebstahls immer noch eine Kopie übrigbleibt. Auf längeren Reisen sende ich zudem alle ca. 6 Wochen eine Sicherungskopie per Post nach Hause.

Für eine Sicherung in der Cloud oder das Hochladen auf einen Server (habe ich alles versucht) sind meine Datenmengen (ich bewege mich im Terrabyte-Bereich) einfach zu groß. Wer unterwegs hingegen nur kleinere Datenmengen sichern möchte, der sollte diese Möglichkeit für sich in Betracht ziehen.

21 Jan

Reiseplanung/ Navigation

Erik Peters / Abenteuer Asien / / 0 Comments

Der Zufall führt einen oft an die schönsten Orte!

Das Planen einer Reise ist für viele fast so schön, wie die Reise selbst. Auch ich liebe es, stundenlang über der Landkarte zu brüten, Routen darin einzuzeichnen und im Reiseführer Sehenswürdigkeiten zu markieren, die ich nicht verpassen will. Doch bei all der Vorfreude sollte man sich nicht zu sehr im Detail verlieren. Wenn ich eines auf Reisen gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass es unterwegs sowieso anders kommt, als geplant.

Mein Tipp: suche dir die Sehenswürdigkeiten oder Orte raus, die dir wirklich wichtig sind. Verzichte auf kilometergenaue Routenplanung. Das Unerwartete und die Überraschungen sind es doch gerade, die eine unvergessliche Reise erst ausmachen. Verlass dich stattdessen häufiger auf den Rat anderer Reisender und frage die Einheimischen (insofern das sprachlich machbar ist). Gehe auf Leute zu! Du wirst sehen, dass die Reise dadurch eine ganz andere Qualität erreicht. Überlasse einen Teil der Reise auch dem Zufall, denn auch der führt einen immer wieder an die schönsten Orte.

 

Satellitennavigation vs. Landkarte

Ich bevorzuge die gute alte Landkarte im Tankrucksack. Mit Ihr kann ich mir viel besser vorstellen, wie die Landschaft aussieht und die Distanzen besser abschätzen. Mein GPS-Gerät würde ich als zusätzliches Hilfsmittel oder auch „Männerspielzeug“ bezeichnen. Es kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn ich in einer fremden Stadt eine Adresse oder etwa den kürzesten Weg zur nächsten Tankstelle suche. Wenn man nur noch einen Schluck Benzin im Tank hat, dann weiß man ein solches Gerät erst wirklich zu schätzen.

Ich habe seit nunmehr über 20 Jahren GPS Geräte der Firma Garmin im Gebrauch. Vom ersten Modell, dem „GPS12“, dass einem nur eine Koordinate anzeigte, bis zum aktuellen Garmin GPS64s hat die Entwicklung wahre Quantensprünge gemacht.

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Wenn die Geräte von Garmin nicht so unglaublich langsam wären und ich in Sachen Kundendiesnt auch mal eine positive Erfahrung gemacht hätte, dann würde ich jetzt sogar eine Kaufempfehlung aussprechen. Eigentlich nutze ich das Gerät nur, weil  ich noch keine passende Alternative gefunden habe.

Doch trotz der vielen Kritikpunkte bietet das Gerät genau die zwei Eigenschaften, die mir wichtig sind und die ich bislang bei keinem anderen Gerät finden konnte:

  • Zum einen brauche ich ein Gerät, dass ich auch nutzen kann, wenn ich zu Fuß unterwegs bin – sei es beim Wandern irgendwo in der Wildnis oder im Großstadtdschungel. Das Gerät muss handlich sein und idealerweise in die Hosentasche passen.
  • Zum anderen muss es OpenStreetMap Karten verarbeiten können. Die sind nicht nur kostenlos, sondern in vielen Fällen sogar besser, als die kostspieligen Garmin Karten.
20 Feb

Endlich unterwegs im Land der aufgehenden Sonne

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 14 Comments

Hier geht es nun endlich mit dem Blog weiter. Aus verschiedenen Gründen ist es wirklich schwierig, regelmäßig zu berichten. Wenn man alleine unterwegs ist und zudem noch den ganzen Tag damit beschäftigt ist, Aufnahmen für einen neuen Film einzufangen, so wird es schwierig, Zeit zu finden, in der man auch noch fleißig schreiben kann. Zumal es hier in Japan unglaublich schwierig ist, die Texte, bzw. die dazugehörigen Bilder auch noch hochzuladen. Freies Internet, wie man es in den meisten anderen Ländern problemlos im Mc Donalds oder sonst wo findet, ist hier leider ein Fremdwort. Nun denn. So also ging es nach meiner Reise durch Südostasien weiter:

Die unerträglich lange Verzögerung beim Transport meines Motorrades von Bangkok nach Tokio und der damit verbundene Stress, führten dazu, dass ich völlig ausgelaugt war, als ich nach sechswöchiger Wartezeit endlich wieder im Sattel meiner Super Ténéré saß. Daher fühlten sich die ersten Kilometer beinahe so an, als hätte mir der Fahrlehrer gerade erst den Führerschein in die Hand gedrückt. Doch die Unsicherheit machte zum Glück schnell wieder der alten Vertrautheit Platz. Als der Wind mir um die Nase strich, ich den Motor unter mir arbeiten spürte und eine Drehbewegung des Handgelenks wieder das Tempo meiner Reise bestimmte, fühlte ich mich bereits nach wenigen Kilometern so, als sei ich der König dieser Welt. Ich gab Gas und ließ den Großraum Tokio hinter mir.

Den Mount Fuji, den heiligen Berg der Japaner im Visier steuerte ich ohne festes Ziel grob gen Südwesten. Ich folgte der zerklüfteten Küste der Halbinsel Izu und verbrachte die erste Nacht im Zelt am Fuße des erloschenen Vulkans. Schon der erste Fahrtag machte mir deutlich, dass Japan für mich DIE große Überraschung ist. Wenn man mich vor dieser Reise zu Japan befragt hätte, so wären mir in erster Linie völlig überfüllte Städte – nicht aber eine solch grandiose Natur in den Sinn gekommen.

Zerklüftete Küste auf der Halbinsel Izu

Zerklüftete Küste auf der Halbinsel Izu

 

Der heilige Berg - der Fuji-san

Der heilige Berg – der Fuji-san

Japan ist ein kurvenreiches Land

Da Japan zu 80% mit Bergen bedeckt ist, lassen die Kurven nicht lange auf sich warten. Die Straßen sind perfekt ausgebaut und die meisten Verkehrsschilder tragen, entgegen meiner Befürchtungen, auch englische „Untertitel“. Was mir in diesem Land, ebenfalls besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass man sich herzlich willkommen fühlt. Wenn ich an irgendeinem Rastplatz sitze und den Reiseführer oder die Landkarte studiere, werde ich immer wieder auf ein Eis oder ein Getränk eingeladen. Wildfremde Menschen setzen sich zu mir, um mich zu meiner Reise zu befragen. Wenn auch das Englisch in den meisten Fällen etwas holprig ist, lerne ich so doch eine Menge über Land und Leute.

Dabei scheint das japanische Wort „Doitse“, womit ich die Frage nach meiner Herkunft kläre, scheint so eine Art Zauberwort zu sein, denn die Japaner schätzen kein anderes Land so sehr wie Deutschland. Als mich letztens ein Polizist fragte, aus welchem Land denn das komische Nummernschild stamme, antwortete ich wieder „Doitse“. Er machte große Augen, sagte „Ahh“ und „Ohh“ und verschwand sogleich in einem kleinen 7-eleven Supermarkt. Als er wieder raus kam, hatte er eine Box mit Sushi und eine Flasche Eistee in die Hand, er schüttelte lange meine Hand, überreichte mir die Einkäufe und wünschte mir mit einer Verbeugung eine gute Reise. Es ist wirklich unfassbar…

Ebenso sprachlos war ich, als ich vor wenigen Tagen vor dem Hauptsitz der Firma Yamaha in Iwata vorgefahren kam. Das Unternehmen hatte mich eingeladen, im Verlauf meiner Asienreise doch bei ihnen vorbeizuschauen. Als es dann endlich soweit war, hatte ich ja wirklich mit vielem gerechnet, ganz sicher aber nicht damit, dass etwa 100 Angestellte vor der Tür stehen würden, um mir Beifall zu spenden, als ich vorgefahren kam. Als langjährigem Yamaha-Fan kann ich gar nicht sagen, was für ein bewegender Moment das war und was es für mich bedeutete.

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Was für ein Empfang.....

Was für ein Empfang…..

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Nach der offiziellen Willkommenszeremonie und wirklich sehr informativen Gesprächen mit Entwicklungsingenieuren, Marketingverantwortlichen und anderen bedeutsamen Personen, stand anschließend eine Führung durch die Fertigungshallen auf dem Programm. Der Entstehungsprozess eines Motorrades ist wirklich hochinteressant. Ich fand es vor allem auch beeindruckend, wie schnell die Japaner arbeiten. Es ist wirklich unglaublich, mit was für einer Schlagzahl hier die verschieden Fahrzeuge wie Roller, Snow-Mobile und natürlich Motorräder gefertigt werden. Alleine von den aktuellen Modellen der MT-07 bzw. MT-09 rollen aufgrund der enormen Nachfrage in Europa im 80-Sekunden-Takt neue Motorräder vom Band.

 

Wildcampen am Meer

Wildcampen am Meer

Affen am Straßenrand - auch das gibt es in Japan

Affen am Straßenrand – auch das gibt es in Japan

Die bislang rund 2.800 zurückgelegten Kilometer, kann man als ausgedehnte Aufwärmrunde bezeichnen. Für mich geht die Reise eigentlich jetzt erst richtig los. Mit der Fähre werde ich nun auf einer 40 Stündigen Überfahrt auf die Insel Hokkaido übersetzen. Vom nördlichsten Punkt Japans werde ich mich dann auf den Weg in Richtung Süden machen. Mein Ziel sind die subtropischen Inseln Okinawas. Misst man die Luftlinie, so liegen etwa 3.000 Kilometer vor mir. Rechnet man aber die vielen Schlenker, die ich auf den verschiedenen Inseln fahren werde, mit hinzu, so denke ich, dass schnell 10.000 Kilometer zusammenkommen.

Sayonara!

Erik

15 Jun

„Welcome to Yamaha“

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 4 Comments

Seitdem ich vor knapp 25 Jahren den Motorradführerschein gemacht habe, bin ich auf Zweirädern der Marke Yamaha unterwegs. Über meine erste XV750 bin ich irgendwann bei den reisetüchtigen XTs gelandet. Da Motorradfahren ein wichtiger Bestandteil meines Lebens ist, habe ich demzufolge also viele, mir sehr bedeutsame Momente auf einem Motorrad aus dem Hause Yamaha erlebt. Dementsprechend groß war die Freude, als mich das Unternehmen im Rahmen meiner Japan-Reise in die Zentrale nach Iwata (etwa 250 Kilometer südwestlich von Tokio) eingeladen hat.

Da man ja ein gutes Bild abgeben möchte, erreichte ich mein Ziel mit der in Japan oftmals gelobten „deutschen Pünktlichkeit“. Um Punkt halb zehn – wie verabredet – traf ich am „Communication Plaza“ des Motorradherstellers ein. Dabei hatte ich ja mit vielem gerechnet, ganz sicher aber nicht damit, dass mir solch ein gigantischer Empfang bereitet wurde. Um die 100 Angestellte standen vor dem Eingang des imposanten Gebäudes und klatschten Beifall, als ich vorgefahren kam. Es war ein wirklich bewegender Moment für mich, der mich mit Stolz erfüllte aber auch völlig sprachlos machte. Wow! Das war echt stark!!!

 

Ankunft am Communication Plaza von Yamaha Motor Co.

Ankunft am Communication Plaza von Yamaha Motor Co.

 

 

 

 

 

 

 

 

Was für ein Empfang. Ich habe nicht schlecht gestaunt

Was für ein Empfang. Ich habe nicht schlecht gestaunt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Communication Plaza - gleichzeitig ein wirklich sehenswertes Museum

Communication Plaza – gleichzeitig ein wirklich sehenswertes Museum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Herzlichkeit der Japaner kannte auch hier keine Grenzen. Ich war einfach nur überwältigt...

Die Herzlichkeit der Japaner kannte auch hier keine Grenzen. Ich war einfach nur überwältigt…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der offiziellen Willkommenszeremonie und wirklich sehr informativen Gesprächen mit diversen Managern zum Thema Yamaha im allgemeinen und meinem Motorrad im speziellen stand anschließend eine Führung durch die Fertigungshallen auf dem Programm. Der Entstehungsprozess eines Motorrades interessierte mich wirklich brennend. Als Student habe ich ja selbst schon bei einem Autohersteller in Köln am Montageband gestanden und Kleinwagen zusammengeschraubt. In Sachen Performance war das aber nichts im Vergleich zu dem, was die Japaner abliefern. Mein lieber Mann, ich bin nachhaltig beeindruckt von deren Arbeitsweise und Schnelligkeit. Es ist wirklich unglaublich, mit was für einer Schlagzahl hier die verschieden Fahrzeuge wie Roller, Snow-Mobile und natürlich Motorräder gefertigt werden. Alleine von den aktuellen Modellen der MT-07 bzw. MT-09 rollen aufgrund der enormen Nachfrage in Europa im 80-Sekunden-Takt neue Motorräder vom Band.

11 Bitte angeben- Copyright Yamaha Motor Company 12 Bitte angeben- Copyright Yamaha Motor Company 13 Bitte angeben- Copyright Yamaha Motor Company 14 Bitte angeben- Copyright Yamaha Motor Company

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Darüber hinaus hatte ich noch die Gelegenheit, den für die Yamaha R1 und die XT Modelle verantwortlichen Entwicklungsingenieur beim gemeinsamen Mittagessen mit meinen Fragen zu löchern. Ich denke auch er fand es interessant, verschiedene Punkte aus Sicht eines Fahrers, der jedes Jahr viele tausend Kilometer mit dem Motorrad unterwegs ist, geschildert zu bekommen. Ich bin mal gespannt, was da die Zukunft bringt… 🙂

Nach dem ausgezeichnetem japanischem Essen blieb dann noch ausreichend Zeit, mich im bereits erwähnten „Communication Plaza“ umzuschauen. Ein Ort der Begegnung, der allen Besuchern offensteht und in dem auf zwei Etagen ein exzellentes Museum eingerichtet wurde. Hier hat Yamaha so manch legendäres Model ausgestellt, das das Herz eines jeden Motorradbegeisterten höher schlagen lassen dürfte.

Hier ein paar Ténérés, mit denen die legendäre Rallye Paris Dakar gewonnen wurde.

Hier ein paar Ténérés, mit denen die legendäre Rallye Paris Dakar gewonnen wurde.

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Auf Hochglanz polierte Rennsportgeschichte

Auf Hochglanz polierte Rennsportgeschichte

Die erste Yamaha, die gebaut wurde. Die YA-1 von 1955

Die erste Yamaha, die gebaut wurde. Die YA-1 von 1955

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abgerundet wurde dieser wirklich grandiose Tag mit einem Umzug durch die lokalen Bars auf Firmenkosten. Ein Verantwortlicher des „Euro Sales Departements“ hatte sich extra den nächsten Tag freigenommen, um mich bis tief in die Nacht im Umgang mit Sake, dem japanischen Reisschnaps zu schulen…

Danke an das ganze Yamaha-Team – sowohl in Deutschland, als auch in Japan, für dieses tolle Erlebnis. Ich werde bei meinen nächsten Abenteuern weiterhin mit Stolz im Sattel einer Ténéré sitzen…

 

 

Copyright Fotos: Peters/Kasai/Yamaha Motor Co.

11 Mai

Ich liebe Japan!!!

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 11 Comments

Als der Taxifahrer aufs Gaspedal trat und den Wagen in Richtung Flughafen beschleunigte, konnte ich kaum fassen, dass in diesem Moment das düsterste Kapitel dieser Reise endlich beendet war. Knapp vier Wochen lagen zu diesem Zeitpunkt hinter mir, in denen ich mich mit den unfähigsten Beamten rumschlagen musste, die mir je begegnet sind. Der thailändische Zoll versteht sich gut darin, Unterlagen zu verlieren, falsche Eintragungen zu machen oder ständig irgendeinen willkürlichen Scheiß zu fordern, der zur Lösung des Problems definitiv nicht benötigt wird. Aber ich will darüber jetzt nicht mehr reden. Denn als ich wenig später im Flieger saß, habe ich mir geschworen, diese negativen Erfahrungen mit den Behörden (und es waren die einzigen Problembereiter in Südostasien) in Bangkok zurückzulassen. In meinem Gepäck waren jetzt nur noch die positiven Dinge – und ein großes Fragezeichen bezüglich dessen, was mich nun im nächsten Land erwarten würde. In Japan, dem Land der aufgehenden Sonne…

Die Ankunft in Tokio war ein Kulturschock! Was für krasse Gegensätze es doch gibt. Mir fiel schon im Landeanflug auf, wie unglaublich sauber Japan doch ist. Während man in ganz Südostasien beinahe im Müll erstickt, weil jeder seinen Scheiß einfach dort entsorgt, wo er ihn nicht mehr braucht, sucht man hier Plastiktüten, leere Dosen oder sonstigen Unrat vergebens. Japan gehört ganz sicher zu den saubersten Länder dieser Welt. Die Hauptstadt sieht aus, als würde nachts ein riesiges Heer von Reinigungskräften einmal feucht durchwischen.

Zu Beginn wird man förmlich erschlagen von neuen Eindrücken. Hier scheint einem vieles sehr vertraut aber gleichzeitig auch wieder so fremd zu sein, das man meinen könnte, man sei auf einem anderen Planeten gelandet. Ich war schon in ein paar„exotischen“ Ländern unterwegs aber das hier übertrifft alles, was ich bisher gesehen habe um Längen. Es vergehen keine fünf Minuten, in denen man nicht ständig immer wieder eine völlig neue Entdeckung macht und Dinge sieht, von denen man noch nie zuvor gehört hat und bei denen man sich fragt warum man bei uns noch nicht auf diese Idee gekommen ist…

Auch ist der „Sound“ von Tokio anders als in anderen Städten dieser Welt. Aufgrund der Tatsache, dass hier ein Asphalt verbaut wird, der jegliche Abrollgeräusche der Reifen schluckt, fehlt ein Hintergrundgeräusch, an das man sich sonst gewöhnt zu haben scheint. Man ist in der größten Metropole der Welt, kann eine Stecknadel fallen hören und hat das Gefühl, vom Boden essen zu können. Einfach unglaublich.

Bei den Dingen, die man als selbstverständlich betrachtet, macht man hier so manches mal ein langes Gesicht: So kann ich mit meiner deutschen EC-Karte in Japan kein Geld abheben, mein Telefon funktioniert hier nicht und freies WIFI ist ein absolutes Fremdwort. Selbst in kleinsten Entwicklungsländern wird es leichter sein, mal eben seine Emails abzurufen. Wer hätte das gedacht…

Was mich aber am meisten beeindruckt, ist die Freundlichkeit der Japaner! Und vor allem auch deren effiziente Arbeitsweise. Um hier ein Fahrzeug aus dem Zoll lösen und fahren zu dürfen, benötigt man unter anderem eine japanische Übersetzung des deutschen Führerscheins, eine Beglaubigung/Übersetzung des Zolldokuments „Carnet de Passages“ und eine Versicherung für das Motorrad. Nach dem was ich in Thailand erlebt habe, grauste es mir davor, den Behördengang anzutreten. Doch was soll ich sagen: hier in Japan werden Probleme SOFORT gelöst. Ich konnte es kaum fassen, dass mein Anliegen unverzüglich und mit einer von Herzen kommenden Freundlichkeit bearbeitet wurde. Ihr hättet mich mal grinsen sehen sollen… 🙂

Ich bin also noch keine 48 Stunden im Land, habe demzufolge noch nicht besonders viel gesehen. Doch ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass Japan es im Ranking meiner Lieblingsländer ganz weit nach oben schaffen wird.

 

Ach ja, ein gängiges Klischee ist es ja, das Japan das teuerste Reiseland der Welt sei. Ich werde zu diesem Thema in kürze ein kleines Gewinnspiel auf meiner Facebookseite https://www.facebook.com/MotorradreisenderErikPeters starten. Ihr sollt einfach nur den Wert eines Warenkorbes schätzen…

 

Entschuldigt, dass ich noch keine Bilder beifügen konnte aber scheinbar ist die Verbindung zu schlecht…

23 Apr

Keine Liebe auf den ersten Blick…

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 4 Comments

 Der erste Eindruck, den ich von einer fremden Stadt oder einem Land gewinne, deckt sich in den allermeisten Fällen auch mit dem Gesamteindruck, der dann später im Laufe der Zeit entsteht. Im Falle von Kambodscha muss ich sagen, dass ich noch nie zuvor so gründlich danebengelegen habe.

 

Schon kurze Zeit nachdem ich die Grenze überquerte, habe ich mich bereits auf den Moment gefreut, Kambodscha wieder zu verlassen. Die ersten Kilometer waren grauenhaft: die schlechtesten Straßen der bisherigen Reise und die aggressive, rücksichtslose Fahrweise der Kambodschaner, die selbst die übelsten Verkehrsrowdys in Thailand oder Laos wie Waisenknaben dastehen lässt, nagten an meiner Motivation. Ich war zutiefst enttäuscht und hätte zu diesem Zeitpunkt niemals erwartet, dass Kambodscha es doch tatsächlich noch schaffen würde, mein Herz zu erobern.

Grund dafür ist nicht etwa die Landschaft – Kambodscha ist größtenteils flach wie ein Teller und kann, nachdem,was ich von Laos und Thailand gesehen haben, den beiden Nachbarn nicht das Wasser reichen. Nein, hier haben vor allem die Menschen gepunktet. Ich habe die Kambodschaner als noch wesentlich neugieriger, offener und freundlicher erlebt, als die ohnehin schon großartigen Thais und Laoten. Selten zuvor habe ich mich in einem völlig anderen Kulturkreis so wohl gefühlt.

  

Leider bekommt man in Laos oder Kambodscha nur sehr wenige wilde Tiere zu Gesicht...

Leider bekommt man in Laos oder Kambodscha nur sehr wenige wilde Tiere zu Gesicht…

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Mein erster Weg führte mich von der Grenze in Richtung der Hauptstadt Phnom Penh. Nach anstrengenden 500 Kilometern über von Schlaglöchern zerfressenen Staub-Pisten erreiche ich die am Ufer des Mekong gelegene Millionenmetropole.

Phnom Penh ist eine tolle Stadt, die ohne eigentliche Highlights auskommt. Auf die beiden eigentlichen Sehenswürdigkeiten sollte man sich mental vorbereiten, denn sie beschäftigen sich mit der dunklen, noch jungen und unsäglich traurigen Geschichte des Landes. Im Völkermordmuseum, einem ehemaligen Foltergefängnis und auf den „Killing Fields“, wo damals die grausamsten Hinrichtungen stattgefunden haben, bekommt man auf beklemmende Art und Weise vor Augen geführt, zu was für unvorstellbaren Gräueltaten wir Menschen doch immer wieder in der Lage sind.

Im Falle von Kambodscha waren es die Roten Khmer um deren Führer Pol Pot, die das Land Mitte der Siebziger Jahre in einen dunklen Abgrund stießen. Der Vision der Steinzeit-Kommunisten, einen reinen Bauernstaat zu errichten, fiel ein Drittel der gesamten Bevölkerung zum Opfer. Fast die gesamte Mittel- und Oberschicht wurde ermordet und oftmals war das Tragen einer Brille oder gar weiche Hände verdächtig genug, um umgebracht zu werden. Die Details, die man in den beiden wirklich lohnenswerten Museen erfährt, machen einen einfach nur fassungslos und es bedarf einer Weile, bis man sich wieder an den schönen Seiten des Landes erfreuen kann…

 

Ein Ort der fassungslos macht! Tuol-Sleng-Genozid-Museum - in dem ehemaligen Foltergefängnis S-21 wurden unvorstellbare Verbrechen begangen

Ein Ort der fassungslos macht! Tuol-Sleng-Genozid-Museum – in dem ehemaligen Foltergefängnis S-21 wurden unvorstellbare Verbrechen begangen

Gedenkstätte an den "Killing Fields"

Gedenkstätte an den „Killing Fields“

Der eigentliche Höhepunkt dieser Reise ist für mich der Besuch der Tempelanlagen um Angkor Wat. Schon vor Jahren, als ich begann, mich intensiver mit der Fotografie auseinanderzusetzen, war es ein großer Traum von mir, dort einmal mit der Kamera auf Pirsch zu gehen. Das ich dies nun sogar mit dem Motorrad erleben darf, erfüllt mich mit einem Gefühl tiefster Dankbarkeit.

Wer Angkor besuchen möchte, der sollte Zeit mitbringen. Mindestens drei Tage, denn die vielen Tempel und Paläste erstrecken sich über eine Fläche, die dreimal so groß ist wie Köln. Vor etwa 1.000 Jahren, als Europa noch im tiefsten Mittelalter vor sich hin darbte, lebten im Khmer Königreich „Kambuja“ bereits eine Millionen Menschen.

 

Angkor Wat kurz vor Sonnenaufgang

Angkor Wat kurz vor Sonnenaufgang

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Wer zur richtigen Uhrzeit kommt hat die jeweilige Anlage für sich allein

Wer zur richtigen Uhrzeit kommt hat die jeweilige Anlage für sich allein

Überall kann man sich frei mit dem Motorrad bewegen...

Überall kann man sich frei mit dem Motorrad bewegen…

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Unglaublich, was für Ausmaße die Bäume doch annehmen

Unglaublich, was für Ausmaße die Bäume doch annehmen

Mein persönlicher Favorit ist der Tempel Ta Prohm, mit all den von Bäumen überwucherten Gebäuden und Mauern

Mein persönlicher Favorit ist der Tempel Ta Prohm, mit all den von Bäumen überwucherten Gebäuden und Mauern

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Ganz besonders lohnenswert ist die Tempelanlage von Ta Prohm, in der auch der Hollywoodfilm „Tomb Raider“ gedreht wurde. Dieser mystische Ort, der allmählich von den Bäumen des Urwaldes zurück erobert wird, sollte man am besten zum Sonnenaufgang besuchen, wenn man dort noch mutterseelen alleine ist. Ein unvergessliches Erlebnis!

Fünf Tage habe ich in der nahegelegenen Stadt Siem Reap verbracht und bin in dieser Zeit alleine mit meinem Motorrad mehr als 800 Kilometer in der Anlage von Angkor unterwegs gewesen. Wichtig dabei ist es, sich stets anders als die Touristen Massen zu verhalten. Man erfährt schnell, zu welcher Zeit wo der größte Andrang ist und so fährt man zu dieser Zeit am besten an einen anderen Ort. Nur einmal, da sollte man sich ins Getümmel stürzen. Wenn morgens die Sonne aufgeht, dann kann man am West-Eingang von Angkor Wat erleben, wie sich hunderte – in der Hauptsaison sogar tausende Touristen an der berühmtesten Foto-Location versammeln um ihr Foto zu machen. Alleine dieser skurrile Anblick ist den Besuch wert, ehe man dann in die einsame Weitläufigkeit des Areals verschwindet…

Warten auf den Sonnenaufgang... Einen solchen Andrang für ein Foto  habe ich noch nirgendwo sonst auf der Welt erlebt...

Warten auf den Sonnenaufgang… Einen solchen Andrang für ein Foto habe ich noch nirgendwo sonst auf der Welt erlebt…

 

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13 Apr

Auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad gen Süden

Erik Peters / Abenteuer Asien, Aktuelles, Reiseberichte / / 1 Comment

 

Man stelle sich folgende Situation vor: es ist heiß, man liegt in einem aufgeblasenen Autoreifen und treibt einen kleinen kühlen Fluss durch eine traumhaft schöne Landschaft stromabwärts. In regelmäßigen Abständen stehen die Betreiber illegaler Dschungel-Kneipen am Ufer, werfen einem ein Seil zu und ziehen einen an Land, wo dann in verschiedenen Bars eine exzessive und sehr freizügige Party gefeiert wird. Genau das hat den Ort „Vang Vieng“ südlich von Luang Praban berühmt gemacht. Über mehrere Jahre galt das sogenannte „Tubing“ unter Backpackern als die mit Abstand wildeste Party, die man überhaupt irgendwo feiern kann. Doch die Party lief aus dem Ruder. Es kamen Drogen ins Spiel – viele Drogen, die in Laos in beinahe jeder Form problemlos zu beschaffen sind (selbst normale Restaurants haben oft eine Extra-Seite auf der Speisekarte, auf der die Gerichte in einer bewusstseinserweiternden „Happy-Version“ angeboten werden.

Tubing: einfach genial...

Tubing: einfach genial…

 

 

 

 

 

Die Drogen waren das große Problem! Der eigentlich so harmlose Spaß: in einem Autoreifen einen Fluss hinab zu treiben, endete im Drogenrausch für viele Jugendliche tödlich. Sie sprangen von Brücken oder Bäumen, ins Wasser, wo dieses in der Trockenzeit nur wenige Zentimeter tief ist. Viele Backpacker starben oder erlitten schwerste Verletzungen. Als im Jahr 2011 pro Tag durchschnittlich 12 Knochenbrüche in Vang Vieng behandelt werden mussten und insgesamt 30 Backpacker den Tod fanden, hatte die Regierung genug. Die Sache wurde deutlich entschärft. Die meisten Bars wurden geschlossen (heute gibt es noch drei am Ufer) und Drogen strengstens untersagt. Selbst das Bild eines Cannabis-Blattes war Grund genug, um den jeweiligen Laden dicht zu machen und die Betreiber aus der Stadt zu jagen.

Heute ist ein wenig Ruhe in Vang-Vieng eingekehrt. Die Backpacker suchen sich neue Orte und wurden durch reiche chinesische Urlauber ersetzt, die Grundstücke aufkaufen und die Preise allmählich in die Höhe treiben. Tja, auch im Tourismus scheint es sowas wie „Gentrifizierung“ zu geben…

Ich gebe zu, dass ich mir das Spektakel in seiner ursprünglichen Form gerne angeschaut hätte, muss aber auch sagen, dass mir dieses Naturerlebnis ohne die verstrahlten Massen einen riesigen Spaß gemacht hat.

 

 

Auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad gen Süden

Auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad gen Süden

Der sechste Crash. Bislang immer ohne nennenswerte Folgen

Der sechste Crash. Bislang immer ohne große Folgen

Mein Motorrad hat auf dieser Reise bewiesen, dass es wirklich mit jedem Fusel läuft. Die Spritqualität in Laos ist ohnehin bescheiden, abseits der Hauptstraßen wird zudem meist an solch kleinen Buden getankt-

Mein Motorrad hat auf dieser Reise bewiesen, dass es wirklich mit jedem Fusel läuft. Die Spritqualität in Laos ist ohnehin bescheiden, abseits der Hauptstraßen wird zudem meist an solch kleinen Buden getankt-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anderntags ging es weiter gen Süden. In der nur wenige Fahrstunden entfernt gelegenen Hauptstadt Vientiane kann man sich im Touristeninformationscenter mit Kartenmaterial eindecken, das kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Da ich nochmal große Lust hatte, ein längeres Stück off-road zu fahren, habe ich mich für eine ganz besondere Strecke entschieden: den legendären Ho-Chi-Minh-Pfad – ein Geflecht aus staubigen Pisten und Wegen entlang der Vietnamesischen Grenze, das während des Vietnamkrieges von den Nordvietnamesen genutzt wurde, um die im Süden für die Unabhängigkeit kämpfenden Việtcộng  (Nationale Front für die Befreiung Vietnams) mit Waffen, Munition und Ausrüstung zu versorgen. Auch heute noch kann man sich dort nicht einfach so bewegen wie man will. Bestimmte Areale dürfen nicht verlassen werden, denn noch immer liegen unzählige Blindgänger verstreut. Die Gegend um den Ho-Chi-Mingh-Pfad, der zu großen Teilen durch Laos verläuft ist eine der am stärksten bombardierten Gegenden der Erde. Was ich nicht wusste: während des Vietnamkrieges gingen allein über Laos mehr Bomben nieder, als im gesamten zweiten Weltkrieg abgeworfen wurden.

In Laos laust man sich gerne - wer es sich leisten kann hat dafür einen "Angestellten"...

In Laos laust man sich gerne – wer es sich leisten kann hat dafür einen „Angestellten“…

 

 

Der Zufall zeigt einem oft die schönsten Orte. Auf dem Bolaven Plateau im Süden von Laos

Der Zufall zeigt einem oft die schönsten Orte. Auf dem Bolaven Plateau im Süden von Laos

 

Etwa 250 Kilometer bin ich diesem teils recht anspruchsvollen Weg gefolgt, der immer wieder im Nichts endet und durch Dschungel, Reis- und Gummibaumplantagen und kleinere Dörfer führt. Eine Strecke, auf der man froh ist, wenn man ein GPS-Gerät dabei hat und wo man die Tankanzeige genau im Auge behalten sollte. Die Landschaft durch die man fährt ist atemberaubend schön und ich muss sagen, dass mir dieses Stück vielleicht noch besser gefallen hat, als die Strecke durch den Norden des Landes.

Si Phan Don, auch „Viertausend Inseln“ genannt, ist ein Archipel an der Stelle des Mekong, wo der mächtige Fluss über verschiedene Wasserfälle stürzt und bis zu 20 Kilometer in die Breite geht. Genau hier lag mein letztes Ziel in Laos. Mit einer Fähre, bestehend aus zwei schrottreifen Kanus und ein paar Brettern darüber befördere ich meine Super Ténéré auf die Insel. Als ich dort schweißgebadet ankomme (ich habe mich und das Motorrad wirklich auf dem Grund des Mekong liegen sehen), stelle ich fest, dass es auch eine etwas stabilere Autofähre gibt, die nur wenige Meter entfernt ablegt, die ich aber nicht gesehen habe.

Zwei entspannte Tage habe ich auf der Insel verbracht, ehe es entlang des Mekong weiter nach Kambodscha ging. Mein drittes und letztes Land auf dieser Reise durch Südostasien…

 

Si Phan Don, auch „Viertausend Inseln“ genannt, ein Archipel an der Stelle des Mekong, wo dieser über verschiedene Wasserfälle stürzt und bis zu 20 Kilometer breit ist, war mein letztes Ziel in Laos. Nachdem ich dort zwei Tage verbracht hatte, sollte es weiter entlang des Mekong nach Kambodscha gehen, mein drittes Land und letztes Land auf dieser Reise durch Südostasien…

Zwei Kanus, ein paar Bretter darüber, so gings über den Mekong. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt...

Zwei Kanus, ein paar Bretter darüber, so gings über den Mekong. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt…

Büffel am Ufer des Mekong

Büffel am Ufer des Mekong